Eine BPA-freie Trinkflasche ist ein Trinkgefäß, das ohne den Einsatz von Bisphenol A (BPA) hergestellt wurde. BPA ist eine chemische Verbindung, die bei der Herstellung bestimmter Kunststoffe, vor allem Polycarbonat und Epoxidharze, als Weichmacher oder Härtungsmittel eingesetzt wird. Das Problem: BPA kann aus dem Kunststoff in Lebensmittel und Getränke übergehen, besonders bei Erhitzung oder bei längerem Kontakt mit säurehaltigen Flüssigkeiten.
Die gesundheitliche Relevanz von BPA ist Gegenstand intensiver Forschung. BPA gilt als endokrin wirksame Substanz, das bedeutet, es kann den Hormonhaushalt des menschlichen Körpers stören, da seine chemische Struktur dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen ähnelt. Besonders für Kinder, Schwangere und Stillende wird daher empfohlen, auf BPA-freie Produkte zu setzen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die zulässige Tagesdosis für BPA zuletzt deutlich gesenkt.
Welche Materialien sind BPA-frei?
Bei der Wahl einer BPA-freien Trinkflasche stehen im Wesentlichen vier Materialien zur Verfügung, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften mitbringen:
Tritan-Copolyester ist ein hochwertiger Kunststoff, der von Eastman Chemical entwickelt wurde und als einer der sichersten Kunststoffe für Trinkgefäße gilt. Er ist bruchfest, kristallklar, spülmaschinenfest und enthält weder BPA noch BPS (Bisphenol S) oder andere Bisphenole. Tritan-Flaschen sind leicht und ideal für Sport und Alltag.
Edelstahl (Food Grade 18/8 oder 18/10) ist metallisch und von Natur aus frei von Kunststoffen und damit auch von BPA. Edelstahlflaschen sind extrem langlebig, geschmacksneutral und lassen sich gut isolieren. Der einzige Nachteil ist das höhere Gewicht im Vergleich zu Kunststoff.
Borosilikatglas ist das reinste Material für Trinkflaschen und gibt absolut keinen Eigengeschmack oder Schadstoffe ab. Es ist temperaturbeständig, hygienefreundlich und langlebig, aber natürlich bruchempfindlicher als Metall oder Kunststoff.
HDPE (High Density Polyethylene) und PP (Polypropylen) sind weitere BPA-freie Kunststoffe, die häufig für günstigere Flaschen verwendet werden. Sie sind solide für den Alltagsgebrauch, aber weniger premium als Tritan oder Edelstahl.
Was bedeuten BPS und andere Bisphenole?
Viele Hersteller haben BPA durch andere Bisphenole wie BPS (Bisphenol S) oder BPF (Bisphenol F) ersetzt. Aktuelle Forschungen deuten darauf hin, dass diese Alternativen ähnliche hormonähnliche Wirkungen haben könnten wie BPA. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte daher Flaschen aus Materialien wählen, die völlig frei von Bisphenolen sind, also Glas, Edelstahl oder zertifiziertes Tritan.