Diese Kriterien hat unsere Redaktion beim Vergleich besonders beachtet:
Behältervolumen: Wie viel Liter brauche ich? — Das Behältervolumen (in Liter) bestimmt, wie lange Druckluftwerkzeug betrieben werden kann, bevor der Kompressor wieder anlaufen muss. Als Faustregel: Für einfaches Reifenfüllen und gelegentliches Blasen reichen 10-15 Liter. Für Druckluftnagler: 20-25 Liter. Für Spritzpistolen: 25-50 Liter. Für Schlagschrauber im Dauerbetrieb: 50+ Liter. Ein zu kleiner Behälter bedeutet, dass der Motor ständig an- und ausläuft — das erhöht den Verschleiß und die Geräuschbelastung.
Förderleistung in L/min bei Betriebsdruck — Nicht das Saugvolumen, sondern die Förderleistung bei dem Druck, den das Werkzeug benötigt, ist entscheidend. Eine Spritzpistole benötigt z.B. 200 L/min bei 3 bar. Wenn der Kompressor nur 150 L/min bei diesem Druck liefert, kann die Spritzpistole nicht kontinuierlich betrieben werden — Pausen sind einzuplanen. Diese Zahl steht oft vergraben in den technischen Daten.
Maximaldruck und Betriebsdruck — Maximaldruck (z.B. 10 bar) ist der Abschaltdruck des Kompressors; der Betriebsdruck des Werkzeugs liegt immer darunter. Druckluftnagler benötigen 4-5 bar, Reifenfüller bis 8 bar, Schlagschrauber 6-8 bar. Ein 10-bar-Kessel hat bei allen gängigen Heimwerker-Werkzeugen ausreichend Reserve.
Öleingefüllt vs. ölfrei — Ölkompressoren laufen leiser (relative Aussage!), halten länger, brauchen aber regelmäßige Ölwechsel und produzieren leicht ölhaltige Druckluft — bei Lackierarbeiten muss ein Ölfilter vorgeschaltet werden. Ölfreie Kompressoren sind wartungsärmer und produzieren sauberere Luft, verschleißen aber schneller und sind tendenziell lauter. Für die Werkstatt mit Lackierarbeiten: Ölkompressor mit Filter. Für reine Druckluft-Handhabung: ölfrei.
Geräuschpegel — Stehende Heimwerker-Kompressoren liegen typischerweise bei 70-85 dB(A). Das ist laut. Dauerbetrieb ohne Gehörschutz führt zu Hörschäden. Wer einen Kompressor in einem Wohnraum oder in Nachbarschaft betreiben will, sollte auf sogenannte "Flüsterkompressoren" schauen, die durch Schallisolierung und niedrigere Drehzahl auf 55-65 dB(A) kommen — aber teurer sind.
Motorleistung und Anlaufstrom — Kompressoren beim Anlaufen ziehen einen hohen Anlaufstrom — oft das 5-7-fache des Nennstroms. Wer eine schwache Haushaltssicherung (10A) hat, riskiert Sicherungsauslösung. Vor dem Kauf die Sicherungsampere am Verwendungsort prüfen. Kompressoren über 1,5 kW benötigen oft 16A-Absicherung.
Druckminderer und Anschlussmöglichkeiten — Ein integrierter Druckminderer (Reduzierventil) mit Manometer ist Pflicht — er stellt den Betriebsdruck passend zum Werkzeug ein. Mehrfachanschlüsse (2 Kupplungsstellen) sind bei intensiver Nutzung praktisch. Die Schnellkupplung-Größe (Europanorm NW 7,2 oder NW 7,4) sollte zum vorhandenen Zubehör passen.