Bei der Bewertung der hydraulischen Crimpzangen haben wir uns nicht auf Herstellerangaben verlassen, sondern jeden Aspekt selbst unter die Lupe genommen. Unser vergleichverfahren bestand aus mehreren Phasen:
Phase 1: Technische Analyse
Zunächst haben wir die technischen Daten aller Geräte systematisch erfasst: Maximale Presskraft, Crimpbereich, Gewicht, Maße und die mitgelieferten Zubehörteile. Besonders wichtig war dabei die Überprüfung der angegebenen Spezifikationen. Nicht selten weichen die tatsächlichen Werte von den Herstellerangaben ab, manchmal zugunsten, manchmal zuungunsten des Produkts.
Phase 2: Praxisnahe Einsatzbereiche
Im praktischen Teil haben wir mit jedem Modell standardisierte Crimpverbindungen an Kabeln unterschiedlicher Querschnitte (von 4mm² bis zum maximal angegebenen Wert) hergestellt. Dabei wurde dokumentiert:
- Die benötigte Kraft zum Betätigen des Hebels
- Die Anzahl der Pumpbewegungen bis zum vollständigen Crimp
- Die Gleichmäßigkeit des Crimpbildes
- Die Zugfestigkeit der erstellten Verbindung mittels eines kalibrierten Zugtesters
Phase 3: Dauerhafte Nutzung
Über einen Zeitraum von zwei Wochen wurden die Geräte im täglichen Einsatz verwendet, um auch Aspekte wie Ermüdungserscheinungen, Ölverlust und allgemeine Haltbarkeit zu bewerten. Nach 100 Crimpvorgängen haben wir erneut die Leistungsdaten ermittelt, um eventuelle Verschleißerscheinungen zu identifizieren.
Phase 4: Ergonomie und Handhabung
Ein oft unterschätzter, aber im Arbeitsalltag entscheidender Faktor ist die Ergonomie. Wir haben bewertet:
- Das Griffdesign und die Rutschfestigkeit
- Die Balance des Werkzeugs
- Die Zugänglichkeit bei beengten Platzverhältnissen (etwa in Schaltschränken)
- Die Funktionalität des drehbaren Kopfes bei Modellen, die dieses Feature bieten
Die Bewertungskriterien wurden anschließend gewichtet, wobei die Crimpqualität mit 40%, die Ergonomie mit 25%, die Vielseitigkeit mit 20% und das Preis-Leistungs-Verhältnis mit 15% in das Gesamtergebnis einflossen.