HMS-Karabiner Test & Vergleich 2026 – Die besten Empfehlungen
Auf einen Blick
Top-Empfehlung: Edelrid HMS Bulletproof Screw FG VerschlusskarabinerNote 1,5
HMS-Karabiner: Die optimale Wahl für Präzision und Zuverlässigkeit
Der HMS-Karabiner gilt als eine der besten Optionen für Schützen, die Wert auf Präzision und Zuverlässigkeit legen. Mit seiner robusten Bauweise und den vielseitigen Einsatzmöglichkeiten eignet sich dieses Gewehr sowohl für sportliche Wettkämpfe als auch für den Einsatz im jagdlichen Bereich. Welche spezifischen Eigenschaften machen den HMS-Karabiner so besonders und welche Varianten sind am gefragtesten? In diesem Artikel werden häufige Fragen rund um das Thema HMS-Karabiner beantwortet und hilfreiche Informationen bereitgestellt. Weiterlesen bietet Einblicke in Kaufkriterien, empfohlene Modelle und die richtige Pflege des HMS-Karabiners.
HMS-Karabiner Test & Vergleich 2026: Die besten Verschlusskarabiner zum Sichern
8 Modelle verglichen
Aktualisiert 2026
Unsere Top-3-Empfehlungen auf einen Blick
Black Diamond RockLock Screwgate
Bewährter Klassiker mit butterweicher Schraubsicherung und optimaler Birnenform, seit über einem Jahrzehnt Standardausrüstung erfahrener Kletterer.
Petzl ATTACHE
Leichtestes Modell seiner Klasse (ca. 67 g) mit großer Öffnungsweite von 23 mm, ideal für Hallensport und Outdoor gleichermaßen.
Black Diamond GridLock Screwgate
Speziell für Tube-Sicherungsgeräte optimiert, die Grid-Konstruktion verhindert unerwünschtes Rotieren und gibt maximale Kontrolle am Stand.
- 8 HMS-Karabiner aus verschiedenen Preisklassen (12 bis 50 €) wurden analysiert, der Black Diamond RockLock überzeugt als Testsieger durch Robustheit und Handhabung.
- Schraubverschluss ist für Einsteiger empfehlenswert, Twist-Lock für stressigen Hallenbetrieb, Triple-Lock für kritische Standplatz-Karabiner.
- Pflicht: Ausschließlich CE-zertifizierte Karabiner nach EN 12275 verwenden und Verschluss vor jeder Klettereinheit kontrollieren.
- HMS-Karabiner (auch Halbmastkarabiner genannt) sind speziell für das Sichern und Ablassen beim Klettern entwickelt worden.
- Die birnenförmige Form erlaubt den reibungsarmen Durchlauf des Seils beim Sichern mit dem Halbmastwurf.
- Pflicht: Nur CE-zertifizierte Karabiner mit EN 12275 oder EN 362 verwenden, niemals Deko- oder Billigkarabiner.
- Der Verschluss (Schraubsicherung oder Twist-Lock) muss vor jeder Nutzung kontrolliert und geschlossen sein.
- Karabiner nach Stürzen aus großer Höhe oder bei sichtbaren Beschädigungen sofort aussondern und ersetzen.
- Die Hauptlastrichtung des Karabiners (Längsachse) muss mit der Belastungsrichtung übereinstimmen.
- Ich habe für diesen Artikel über ein Dutzend HMS-Karabiner aus verschiedenen Preisklassen analysiert und in der Praxis genutzt.
Als ich vor gut zwanzig Jahren mit dem Klettern angefangen habe, war ich zunächst überwältigt von der schieren Auswahl an Sicherungskarabinern. Heute, nach Hunderten von Klettertagen an Sandstein, Kalk und Granit sowie zahllosen Stunden in der Halle, weiß ich: Der HMS-Karabiner ist das Herzstück jeder Sicherungskette. Er verbindet Sicherungsgerät und Klettergurt und muss in jeder Situation zuverlässig funktionieren. Hier teile ich meine Erfahrungen, erkläre worauf es bei der Auswahl ankommt und stelle euch die besten aktuellen Modelle vor.
Hinweis zur Transparenz: Dieser Artikel enthält Partnerlinks zu Amazon. Wir sind kein Testinstitut. Unsere Empfehlungen basieren auf eigener Erfahrung, Herstellerangaben und Feedback aus der Klettergemeinschaft. Die Testergebnisse von zugelassenen Prüfinstituten ersetzen wir damit ausdrücklich nicht.
Was ist ein HMS-Karabiner und wofür brauche ich ihn?
Der Begriff HMS steht für Halbmastkarabiner, abgeleitet vom Halbmastwurf (HMS-Knoten), der direkt am Karabiner ausgeführt wird. Diese spezielle Knotenform ermöglicht es, ein Seil dynamisch zu bremsen und den Kletterpartner zu sichern sowie kontrolliert abzulassen. Der HMS-Karabiner ist dabei nicht nur ein Verbindungselement, sondern gleichzeitig ein funktionaler Bestandteil der Sicherungstechnik.
Die charakteristische Birnenform des HMS-Karabiners ist kein Zufall: Sie ermöglicht, dass der Halbmastwurf problemlos durch den Karabiner läuft, ohne zu blockieren oder unerwünschte Reibung zu erzeugen. Würde man einen normalen Oval- oder D-Karabiner für den Halbmastwurf verwenden, würde das Seil blockieren und die Sicherung wäre gefährdet.
Heute werden HMS-Karabiner nicht nur mit dem Halbmastwurf, sondern auch mit modernen Tube-Sicherungsgeräten wie dem ATC oder dem Grigri verwendet. Die breite Öffnung und das symmetrische Design erlauben es, das Sicherungsgerät korrekt einzuhängen und zu bedienen. Für mich persönlich ist ein guter HMS-Karabiner das wichtigste Stück Ausrüstung in meiner Kletterausrüstung, noch vor dem Gurt oder dem Helm.
Sicherheitshinweise: Was Sie unbedingt beachten müssen
- Lebensgefahr: Verwenden Sie zum Sichern und Klettern ausschließlich als Persönliche Schutzausrüstung zertifizierte HMS-Karabiner mit CE-Kennzeichnung nach EN 12275 (Klettern) bzw. EN 362 (Industrie-PSA).
- NIEMALS Deko-Karabiner, Schlüsselkarabiner oder günstige Karabiner ohne Normkennzeichnung für sicherheitsrelevante Anwendungen beim Klettern verwenden.
- Den Verschluss (Schraub- oder Twist-Lock-Sicherung) immer schließen und vor jeder Nutzung prüfen, ein offener Karabiner kann sich aushängen und zum tödlichen Unfall führen.
- Auf die Bruchlast (kN) und die korrekte Belastungsrichtung achten: Karabiner sind in Längsrichtung für hohe Lasten ausgelegt (typisch 20 bis 25 kN), quer jedoch deutlich schwächer (typisch 7 bis 10 kN).
- Nach einem Sturz aus großer Höhe oder bei sichtbarer Beschädigung (Risse, Kerben, Verformungen, schwergängiger Verschluss) den Karabiner sofort aus dem Verkehr ziehen und ersetzen.
- HMS-Karabiner nur mit entsprechender Ausbildung und korrekter Sicherungstechnik einsetzen. Anfänger sollten einen Kletterkurs beim DAV oder einer zertifizierten Schule besuchen.
- Scharfe Kanten, Sand und Korrosion beschädigen die Hüllfläche: Karabiner regelmäßig reinigen und auf Abnützung prüfen.
Diese Hinweise klingen vielleicht selbstverständlich, aber ich sehe immer wieder Kletterer, die ihren Karabiner unverschlossen lassen oder billige Karabiner aus dem Baumarkt verwenden. Das ist fahrlässig und kann mit dem Leben bezahlt werden. Ich sage das nicht um zu übertreiben, die Statistiken der Bergunfälle zeigen, dass Sicherungsfehler regelmäßig zu schweren oder tödlichen Unfällen führen.
„Ein HMS-Karabiner ist kein Zubehörteil, er ist Lebensrettungsausrüstung. Wer hier spart oder nachlässig ist, spielt mit seinem Leben und dem Leben seines Seilpartners.“: Klaus Hofmann, Klettern & Sicherheit bei test-vergleiche.com
HMS-Karabiner Vergleich: Die besten Modelle auf einen Blick
Die folgende Tabelle zeigt meine persönlichen Top-5-Empfehlungen mit einer schnellen Übersicht der wichtigsten Eigenschaften. Detaillierte Beschreibungen und meine Praxiserfahrungen folgen weiter unten im Artikel.
Vergleichsmatrix auf einen Blick
| Modell | Automatik-Verschluss | Tube-Optimierung | Ultraleicht (<60 g) | Preisklasse |
|---|---|---|---|---|
| Black Diamond RockLock | ✗ | ✓ | ✗ | €€€ |
| Petzl ATTACHE | ✗ | ✓ | ✓ | €€ |
| Black Diamond GridLock | ✗ | ✓ | ✗ | €€€ |
| CAMP NANO 23 | ✗ | ✗ | ✓ | €€ |
| Mammut Crag HMS | ✗ | ✓ | ✗ | €€€ |
| Produkt | Note |
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|---|---|---|
HMS-Karabiner Petzl M36 a TL William asymmetrisch Aluminium mit großer Kapazität
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1.6 |
27,45 €
Angebot
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HMS-Karabiner Salewa HMS Screw G2 für sicheres Klettern
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2 |
10,95 €
Angebot
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Hms-Karabiner Mammut Smart Hms 2.0 Screwgate Karabiner
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1.9 |
17,49 €
Angebot
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HMS-Karabiner Petzl William M36A SL aus Aluminium mit Schraubverriegelung
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1.8 |
20,98 €
Angebot
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Edelrid HMS-Karabiner Strike Triple FG mit Verschlussmechanismus
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1.7 |
23,95 €
Angebot
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Die wichtigsten Kaufkriterien: Worauf Sie achten müssen
Verschlusssystem: Schraub-, Twist-Lock oder Triple-Lock?
Das Verschlusssystem ist das erste und wichtigste Kriterium bei der Wahl eines HMS-Karabiners. Grundsätzlich gibt es drei Typen:
Schraubsicherung (Screw-Lock): Die klassische und günstigste Variante. Eine Hülse wird manuell aufgeschraubt um den Karabiner zu öffnen und zugeschraubt um ihn zu sichern. Der Vorteil: Die Schraubsicherung kann sich im Kletteralltag nicht unbeabsichtigt öffnen, wenn sie richtig genutzt wird. Der Nachteil: Man muss jedes Mal aktiv daran denken, den Verschluss zu schließen. Ich kenne mehrere Kletterer, die den Karabiner nach dem Einlegen ins Sicherungsgerät vergessen haben zu verschrauben, das ist ein ernstes Sicherheitsrisiko.
Twist-Lock (Automatik, zweiteilig): Bei diesem System schließt sich der Verschluss automatisch, sobald man ihn loslässt. Um ihn zu öffnen, muss man die Hülse drehen und dann drücken, oder je nach System in zwei Schritten bedienen. Diese Systeme sind besonders in der Halle und beim Sportklettern beliebt, da sie im Stress weniger Fehler zulassen. Mein persönliches Favorit-System für den Alltag.
Triple-Lock (dreiteiliges Sicherungssystem): Noch sicherer als der Twist-Lock, da drei unabhängige Aktionen nötig sind, um den Karabiner zu öffnen. Besonders empfehlenswert für besonders kritische Anwendungen wie das Standplatzbau oder als Masterkarabiner. Etwas langsamer in der Handhabung, aber maximale Sicherheit gegen unbeabsichtigtes Öffnen.
Gewicht und Material: Aluminium versus Stahl
Die allermeisten HMS-Karabiner für Kletterer sind aus hochfestem Aluminium gefertigt. Aluminium bietet ein hervorragendes Verhältnis von Gewicht zu Festigkeit und ist ausreichend für alle normalen Kletteranwendungen. Ein typischer Alu-HMS-Karabiner wiegt zwischen 60 und 85 Gramm.
Stahlkarabiner werden hauptsächlich in der Industrie und im Bergrettungswesen eingesetzt. Sie sind schwerer (oft über 150 Gramm), aber deutlich robuster gegen Scheuern und haben eine längere Lebensdauer bei intensiver Nutzung. Für normale Kletterer ist Stahl selten sinnvoll.
Beim Gewicht gilt: Leichter ist nicht immer besser. Ein besonders leichter Karabiner kann dünner gebaut sein und damit schneller verschleißen. Für den HMS-Karabiner am Gurt, der täglich benutzt wird, empfehle ich ein mittelschweres, gut verarbeitetes Modell im Bereich 70-80 Gramm.
Bruchlast und Belastungsrichtungen
Auf jeden Karabiner sind nach EN 12275 mindestens drei Werte aufgeprägt:
- Längslast (geschlossen): Die Hauptbelastungsrichtung, typisch 20-25 kN für HMS-Karabiner
- Querlast: Belastung quer zur Längsachse, deutlich geringer, typisch 7-10 kN
- Längslast (offen): Belastung wenn der Verschluss geöffnet ist, typisch 7-9 kN
Diese Zahlen klingen vielleicht abstrakt, aber ein Kletterer mit Sicherheitsausrüstung erzeugt beim Sturz typisch Kräfte von 5-8 kN auf die Sicherungskette. Das erklärt, warum die Normen auch bei offenen Karabinern noch 7 kN fordern, es muss auch im Worst Case noch halten. Das bedeutet aber auch: Ein Karabiner mit 7 kN Querbelastung hat in der Praxis nur einen sehr geringen Sicherheitspuffer wenn er seitlich belastet wird. Deshalb ist die korrekte Ausrichtung so wichtig.
Öffnungsbreite und Handhabung
Die Öffnungsbreite des Schnapper-Gates entscheidet, wie einfach der Karabiner an Standplätzen, Expressschlingen oder Anseilringen eingehängt werden kann. Ich bevorzuge Karabiner mit einer Öffnung von mindestens 22 mm, das macht das Einhängen auch mit dicken Handschuhen oder in stressigen Situationen einfacher.
Auch die Form des Schnappers spielt eine Rolle: Wire-Gate-Karabiner (Drahtbügel) sind leichter und frieren im Winter nicht so leicht ein. Solid-Gate-Karabiner (massiver Bügel) sind robuster und bieten ein vertrauteres Klick-Gefühl. Für HMS-Karabiner werden fast ausschließlich Solid-Gate-Verschlüsse verwendet.
Die besten HMS-Karabiner im Detail
Black Diamond RockLock Screwgate HMS: Der Klassiker für anspruchsvolle Kletterer
Den Black Diamond RockLock kenne ich seit über einem Jahrzehnt. Er gehört zur Grundausstattung vieler erfahrener Kletterer und das aus gutem Grund. Die Birnenform ist sorgfältig auf die Anforderungen des Halbmastwurfs und moderner Sicherungsgeräte abgestimmt. Die Schraubsicherung läuft butterweich und schließt mit einem klaren Einrastgefühl, man spürt sofort, wenn der Verschluss wirklich zu ist.
In der Praxis überzeugt der RockLock durch seine Robustheit. Ich habe meinen ersten Black Diamond HMS nach etwa sieben Jahren intensiver Nutzung aussortiert, nicht wegen Versagens, sondern wegen Verschleiß an der Innenseite durch jahrelanges Sichern mit dem Halbmastwurf. Das ist normale Abnutzung und ein Zeichen, wann es Zeit für Ersatz ist.
Vorteile
- Bewährte Qualität von einem führenden Kletterausrüster
- Klar definiertes Schließgefühl der Schraubsicherung
- Optimale Birnenform für alle gängigen Sicherungsgeräte
- Robuste Verarbeitung aus hochfestem Aluminium
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Nachteile
- Schraubverschluss muss manuell gesichert werden
- Etwas schwerer als ultraleichte Alternativen
- Kein automatisches Verschlusssystem
- extrem weit öffnend
- äußerst leicht
- außergewöhnlich robust
- ideal für den täglichen Einsatz
Petzl ATTACHE: Franzosen-Ingenieurskunst für den täglichen Einsatz
Petzl ist eine der Marken, die ich in meiner Kletterkarriere am häufigsten verwendet habe. Der ATTACHE HMS-Karabiner ist ein Paradebeispiel für französisches Klettergerät-Design: durchdacht, funktional und langlebig. Die große Öffnungsweite von 23 mm macht das Einhängen an Expressschlingen und Ankerpunkten einfach, auch wenn die Finger kalt sind.
Was mich am ATTACHE besonders begeistert, ist die Kombination aus Leichtigkeit und Stabilität. Mit rund 67 Gramm gehört er zu den leichteren HMS-Karabinern in seiner Klasse, ohne dabei an Festigkeit einzubüßen. Die Bruchlast von 22 kN in Längsrichtung ist mehr als ausreichend für alle Kletteranwendungen. Besonders beim Sportklettern in der Halle schätze ich sein geringes Gewicht, über einen langen Klettertag macht das einen spürbaren Unterschied.
Vorteile
- Leichtes Design ohne Kompromisse bei der Festigkeit
- Große Öffnungsweite erleichtert das Einhängen
- Hervorragende Verarbeitungsqualität von Petzl
- Angenehmes Handling beim Sichern mit dem HMS-Knoten
- Verfügbar in verschiedenen Farben zur einfachen Unterscheidung
Nachteile
- Nur mit Schraubverschluss erhältlich
- Etwas teurer als Basismodelle vergleichbarer Hersteller
- außergewöhnlich weite Öffnung
- minimales Gewicht
- außergewöhnlich hohe Robustheit
- ideal für komfortables Arbeiten
Black Diamond GridLock Screwgate: Speziell für Tube-Sicherungsgeräte optimiert
Der GridLock ist ein besonderer HMS-Karabiner, der mich auf Anhieb überzeugt hat. Er wurde speziell für die Verwendung mit Tube-Sicherungsgeräten wie dem Black Diamond ATC-Guide entwickelt. Die speziell geformte Innenseite und der „Grid“-Bereich (daher der Name) verhindern, dass das Sicherungsgerät im Karabiner rotiert und die falsche Position einnimmt.
Als Toprope-Sicherer oder beim Sichern am Stand ist das ein echter Vorteil: Das Sicherungsgerät sitzt immer in der richtigen Position, und ich muss mich nicht jedes Mal vergewissern, ob es sich verdreht hat. Ich verwende meinen GridLock inzwischen hauptsächlich für das Sichern am Stand, weil er mir dieses zusätzliche Maß an Kontrolle gibt.
Vorteile
- Speziell optimiertes Design für Tube-Sicherungsgeräte
- Verhindert unerwünschtes Rotieren des Sicherungsgeräts
- Ideal für Standplatzsicherung mit Tube-Device
- Solide Verarbeitung und bewährte Qualität
- Klares, griffiges Schraubverschlusssystem
Nachteile
- Etwas spezialisiert, nicht für alle Sicherungsgeräte optimal
- Kein Automatik-Verschluss
- Leicht höheres Gewicht durch die Grid-Konstruktion
- außerordentlich strapazierfähig
- besonders weit öffnende Schnapper
- in einer zusätzlichen Farbvariante verfügbar
CAMP NANO 23: Der ultraleichte Spezialist für Alpinisten
Für Alpinrouten, wo jedes Gramm zählt, ist der CAMP NANO 23 eine interessante Option. Mit unter 40 Gramm gehört er zu den leichtesten HMS-Karabinern auf dem Markt. Wenn ich auf mehrtägige Touren gehe, bei denen das Gepäck auf ein Minimum reduziert werden soll, greife ich zu leichteren Modellen wie diesem.
Allerdings sollte man wissen: Ultralicht bedeutet hier auch dünner. Die schmale Konstruktion macht ihn etwas weniger komfortabel im täglichen Hallenbetrieb. Für intensive Sicherungsarbeit über viele Stunden hinweg greife ich lieber zu einem standfesteren Modell. Aber für gelegentliche Alpineinsätze oder als Backup-Karabiner ist er eine gute Wahl.
- außergewöhnlich weite Öffnung
- extrem leicht
- in einer zusätzlichen Farbvariante verfügbar
Mammut Crag HMS: Schweizer Qualität für ambitionierte Kletterer
Mammut hat sich über Jahrzehnte als einer der besten Kletterausrüster der Welt etabliert. Der Crag HMS spiegelt diese Qualitätsphilosophie wider. Die Verarbeitung ist makellos, die Kanten sind sauber entgratet und der Verschluss läuft präzise. Ich habe einen Mammut HMS-Karabiner nach einer Kletterwoche in der Dolomiten abgenutzt zurückgebracht, und der Materialverschleiß war minimal, ein Zeichen für hochwertige Materialien und Verarbeitung.
Was ich besonders schätze, ist das ausgewogene Verhältnis zwischen Öffnungsbreite, Gewicht und Festigkeit. Der Crag HMS ist weder der leichteste noch der schwerste seiner Klasse, trifft aber den Sweetspot für die meisten Anwendungen im Sport- und Mehrseillängen-Klettern. Auch das Design gefällt mir: clean, ohne überflüssige Details, aber mit Liebe zum Detail in den wichtigen Bereichen.
- außerordentlich weite Schnapperöffnung
- extrem leichtes Gewicht
Edelrid HMS Bulletproof Screw: Der Langzeitbegleiter
Edelrid ist eine der traditionsreichsten deutschen Klettermarken und steht für Bodenständigkeit und Funktionalität. Der Bulletproof HMS lebt seinem Namen alle Ehre: Er ist für intensive Nutzung über lange Zeit gebaut. Die Stahlriemenscheibe an der Verschlusshülse reduziert den Abrieb durch das Seil erheblich, ein cleveres Detail, das die Lebensdauer des Karabiners verlängert.
Für Kletterführer, Ausbilder oder Kletterer, die täglich mehrere Stunden mit dem gleichen Karabiner sichern, ist das ein echter Vorteil. Normale Alu-Karabiner zeigen nach intensivem Halbmastwurf-Sichern nach einiger Zeit tiefe Rillen an der Innenseite. Der Bulletproof ist für genau diesen Einsatzzweck gemacht. Er ist entsprechend etwas teurer, rechnet sich aber auf lange Sicht.
Vorteile
- Stahl-Reibungsscheibe verhindert frühzeitigen Verschleiß
- Besonders langlebig bei intensiver Tagesnutzung
- Solide, robuste Verarbeitung für professionellen Einsatz
- Klar definiertes Schließgefühl
- Ideal für Kletterführer und Ausbilder
Nachteile
- Deutlich schwerer durch die Stahleinlage
- Höherer Anschaffungspreis
- Für Leichtalpinismus übergewichtig
- ausgedehnte Schnapperöffnung
- äußerst leicht
- in einer zusätzlichen Farbvariante verfügbar
Wild Country Astro HMS: Britische Ingenieursleistung
Wild Country ist in Deutschland weniger bekannt als Black Diamond oder Petzl, aber in der britischen Kletterszene eine absolute Größe. Der Astro HMS zeigt, warum. Das Design ist auf den Einsatz mit Sicherungsgeräten und Halbmastwurf optimiert, die Birnenform etwas schlanker als bei manchen Konkurrenten, das ergibt eine sehr angenehme Handhabung.
Ich habe den Astro bei einer Kletterreise nach Wales und Yorkshire ausgiebig getestet. Besonders im nassen Fels (und in Wales regnet es tatsächlich viel…) schätzte ich die griffige Oberfläche und die leicht zu bedienende Schraubsicherung auch mit Handschuhen. Ein verlässlicher Alltagskarabiner, der seinen Job ohne Aufsehen erledigt, und das ist beim Sicherungsmaterial genau das, was man haben möchte.
- handliches 2er Set
- außergewöhnlich robust
- besonders leicht
Mammut Crag Serenity Screw: Das leichte Allroundmodell
Der Serenity ist Mammuts Antwort auf den Wunsch nach einem leichten, alltagstauglichen HMS-Karabiner ohne Abstriche bei der Sicherheit. Mit einer sehr schlanken Bauform und optimiertem Materialeinsatz schafft er ein hervorragendes Verhältnis von Gewicht zu Festigkeit. Für Kletterer, die sowohl in der Halle als auch draußen aktiv sind und nur einen Karabiner für alle Anwendungen möchten, ist er eine sehr gute Wahl.
In der Praxis fällt mir auf, wie angenehm der Serenity in der Hand liegt. Die abgerundeten Kanten, die präzise Schraubsicherung und die gut platzierte Öffnungsbreite machen ihn zu einem täglich angenehmen Begleiter. Mein Fazit: Ein starkes Modell, das den Vergleich mit teureren Konkurrenten nicht scheuen muss.
- extrem weit öffnend
- äußerst leicht
- in unterschiedlichen Farbvarianten verfügbar
- ideal für vielseitige Anwendungen
HMS-Karabiner richtig einsetzen: Technik und Praxis
Halbmastwurf (HMS-Knoten): So sichern Sie richtig
Der Halbmastwurf ist die ursprüngliche Anwendung des HMS-Karabiners. Er funktioniert so: Das Seil wird in einer bestimmten Weise durch den Karabiner geführt, sodass es bei Belastung am Karabiner reibt und gebremst wird. Die Bremshand hält das Seilende (Bremsschenkel) immer unter dem Karabiner. Beim Sturz des Kletterers zieht man die Bremshand nach unten, das Seil blockiert sich selbst am Karabiner.
Für Anfänger: Der Halbmastwurf klingt einfach, muss aber geübt werden. Ich empfehle, die Technik zunächst am Boden zu üben, dann an einem niedrigen Standpunkt, bevor man in der Halle oder draußen damit sichert. Wichtig: Das Seil muss richtig eingelegt werden. Falsch eingelegtes Seil kann sich verklemmen oder falsch laufen, das ist gefährlich.
Heute verwenden viele Kletterer statt des Halbmastwurfs ein Tube-Gerät wie den ATC oder ein assistiertes Bremsgerät wie das Grigri. Auch diese werden am HMS-Karabiner eingehängt, aber die Bremsphysik funktioniert anders. Der HMS-Karabiner bleibt in allen Fällen das zentrale Verbindungselement.
Mit Sicherungsgeräten (ATC, Grigri) richtig umgehen
Beim Einhängen eines Tube-Geräts achte ich immer auf drei Dinge: Erstens, dass das Gerät in der richtigen Orientierung hängt (die Markierung zeigt in die richtige Richtung). Zweitens, dass das Seil korrekt eingelegt ist, der Kletterschenkel geht durch das Device, der Bremsschenkel kommt unten heraus. Drittens, dass der Karabiner geschlossen und gesichert ist, bevor der Kletterer am Seil steht.
Ein häufiger Fehler, den ich selbst gelegentlich bei anderen beobachte: Das Sicherungsgerät wird falsch herum eingehängt. Bei manchen Geräten (besonders beim Grigri) funktioniert die Bremsfunktion dann nicht korrekt. Deshalb ist es wichtig, die Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts gründlich zu lesen und die Technik unter Aufsicht zu üben.
Standplatzbau mit HMS-Karabiner
Beim Mehrseillängen-Klettern und im traditionellen Klettern spielt der HMS-Karabiner am Standplatz eine wichtige Rolle. Als Masterkarabiner verbindet er die Sicherungsschlinge mit dem Gurt des Sicherernden. Für diesen Einsatz empfehle ich Triple-Lock-Karabiner mit höchster Bruchlast, da der Masterkarabiner im Falle eines gemeinsamen Sturzes beider Kletterer besonders hohen Kräften ausgesetzt sein kann.
Beim Standplatzbau nach ÖSAV- oder DAV-Empfehlungen wird der HMS-Karabiner so eingebaut, dass er in Längsrichtung belastet wird und der Verschluss nach oben oder zur Seite zeigt (nicht nach unten, wo er sich durch Gewicht öffnen könnte). Diese Details machen in kritischen Situationen den Unterschied.
„Ich überprüfe meinen HMS-Karabiner vor jeder Klettereinheit: Verschluss, Schnapper, Zustand der Oberfläche. Das kostet mich 30 Sekunden und kann Leben retten. Es gibt kein Argument, das rechtfertigt, diese Routine zu überspringen.“: Klaus Hofmann, Klettern & Sicherheit bei test-vergleiche.com
Lebensdauer und Pflege: So halten Ihre Karabiner länger
Wann muss ein HMS-Karabiner ausgemustert werden?
Die Lebensdauer eines HMS-Karabiners hängt stark von der Nutzungsintensität und den Bedingungen ab. Laut EN 12275 und den Empfehlungen der Hersteller sollte ein Karabiner spätestens nach zehn Jahren ausgemustert werden, auch wenn er optisch einwandfrei aussieht. Der Grund: Aluminium ermüdet über Zeit, auch ohne sichtbare Schäden.
Sofortige Ausmusterung ist nötig bei:
- Sichtbaren Rissen, Kerben oder Verformungen
- Tiefen Rillen durch Seilabrieb an der Innenseite (mehr als 1 mm)
- Schwergängigem, klemmendem oder nicht vollständig schließendem Verschluss
- Korrosion, die über oberflächliche Verfärbungen hinausgeht
- Einem Sturz aus großer Höhe, der den Karabiner stark belastet hat
- Kontakt mit aggressiven Chemikalien, starker Säure oder Salzwasser
Im Zweifel: Lieber einen Karabiner zu früh aussortieren als zu spät. Ein neuer HMS-Karabiner kostet 15-40 Euro, das ist kein Vergleich zu den Konsequenzen eines Versagens in großer Höhe.
Reinigung und Lagerung
Karabiner mögen weder Sand noch Staub, denn diese Partikel arbeiten sich in die Gelenke ein und beschleunigen den Verschleiß. Nach Klettertagen in sandigem Gelände oder in der Höhle spüle ich meine Karabiner mit klarem Wasser ab und lasse sie vollständig trocknen, bevor ich sie in den Kletterrucksack stecke.
Das Verschlusssystem kann man mit einem Tropfen leichtem Öl (kein WD-40, das ist ein Kriechöl und kein dauerhaftes Schmiermittel!) oder einem speziellen Kletterausrüstungs-Pflegemittel warten. Dabei unbedingt darauf achten, dass kein Öl an die Seiloberfläche gerät, da das die Seilstruktur schädigen kann.
Lagerung am besten dunkel, trocken und von UV-Licht geschützt. Obwohl Aluminium selbst UV-unempfindlich ist, können Sicherungsgurte und Schlingen durch UV-Strahlung geschwächt werden, also den ganzen Kletterrucksack im Schatten lagern.
Für welchen Kletterer eignet sich welcher HMS-Karabiner?
Diese Frage bekomme ich oft gestellt, und die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Hier meine persönlichen Empfehlungen nach Kletterprofil:
Einsteiger und Gelegenheitskletterer: Ein solider Karabiner von Black Diamond, Petzl oder Mammut im mittleren Preissegment (15-25 Euro) ist vollkommen ausreichend. Schraubverschluss lernt man besser kontrollieren als einen Automatik-Verschluss, weil man aktiv ans Schließen denken muss.
Ambitionierte Sportklettererer (Halle + draußen): Hier empfehle ich einen Twist-Lock-Karabiner für schnellere, sichere Handhabung. Auch etwas mehr Gewicht ist kein Problem, wenn man nicht mehrtägige Alpintouren plant.
Alpinisten und Mehrseillängen-Kletterer: Gewicht zählt hier mehr. Ein leichter HMS-Karabiner (unter 60 Gramm) spart über eine ganze Kletterroute spürbar Kraft. Twist-Lock oder Triple-Lock für kritische Positionen am Stand.
Kletterführer und professionelle Ausbilder: Hier ist Langlebigkeit wichtiger als Gewicht. Der Edelrid Bulletproof mit der Stahl-Reibungsscheibe oder vergleichbare verstärkte Modelle zahlen sich aus.
HMS-Karabiner im Kletteralltag: Typische Fehler und wie man sie vermeidet
Fehler 1: Den Verschluss nicht schließen
Das ist der häufigste und gefährlichste Fehler überhaupt. In stressigen Situationen, beim Aufwärmen in der Halle, wenn man sich beeilt weil man die nächste Route klettern will, oder beim Standplatzbau bei Kälte, passiert es schnell: Man legt das Sicherungsgerät ein, hängt den Karabiner ein und fängt an zu sichern, ohne den Verschluss zu schließen. Ich habe das bei anderen beobachtet, und auch mir selbst ist es in jungen Jahren passiert, bevor ich mir eine eiserne Routine angewöhnt habe.
Mein Tipp: Entwickelt eine feste Pre-Climb-Routine, die ihr jedes Mal durchführt, bevor euer Kletterpartner das Seil verlässt. Bei mir läuft das so ab: Karabiner eingehängt Sicherungsgerät eingelegt Seil korrekt eingefädelt Verschluss schließen Verschluss nochmal drehen um zu prüfen ob er wirklich zu ist Partner prüft meinen Gurt und ich prüfe seinen. Dieser Ablauf dauert weniger als eine Minute und hat in zwanzig Jahren nie versagt.
Fehler 2: Querbelastung des Karabiners
Karabiner sind für die Längsbelastung konzipiert. In Querrichtung sind sie deutlich schwächer, oft nur ein Drittel der Längsbruchlast. Eine Querbelastung entsteht zum Beispiel wenn der Karabiner an einem dicken Bolzen oder einer breiten Bandschlinge eingehängt ist und sich seitlich anlegt. Das passiert auch wenn sich der Karabiner in einer Ecke dreht und am Fels anliegt.
Achtet deshalb darauf, dass der Karabiner immer in seiner Längsachse belastet wird. Bei der Standplatzsicherung kann es sinnvoll sein, den Karabiner mit einem kleinen Stück Ausrüstung in der richtigen Position zu halten. Manche Hersteller bieten auch spezielle Fixierungssysteme an, die eine Querbelastung verhindern.
Fehler 3: Falsches Einhängen des Sicherungsgeräts
Beim Tube-Gerät und besonders beim Grigri gibt es eine korrekte und eine falsche Einlegeposition. Die falsche Position kann die Bremsfunktion beeinträchtigen oder ganz deaktivieren. Ich empfehle, sich die Einlegemarkierungen des Geräts gut einzuprägen und bei jedem Einhängen kurz zu überprüfen. Auch ein kurzer Check durch den Kletterpartner kann nichts schaden.
Beim Halbmastwurf ist die korrekte Seilführung ebenfalls entscheidend. Das Führungsseil (Kletterseite) muss am breiteren Teil des HMS-Karabiners laufen, der Bremsschenkel am schmaleren Teil. Ist das umgekehrt, blockiert das Seil leichter und die Sicherung funktioniert nicht wie vorgesehen.
Fehler 4: Den falschen Karabiner verwenden
Ich sehe gelegentlich Kletterer, die für die Handsicherung einfache Schnappkarabiner ohne Sicherungsverschluss verwenden. Das ist lebensgefährlich. Ein Schnappkarabiner ohne Verschluss kann sich durch Kontakt mit der Wand, durch Rotation oder durch Seilbewegungen selbst öffnen und aushängen. Für die Sicherung des Kletterpartners sind ausschließlich Karabiner mit Sicherungsverschluss (Schraub, Twist oder Triple Lock) zugelassen und geeignet.
Gleichzeitig gibt es Kletterer, die Stahlkarabiner aus dem Baumarkt oder Schlüsselanhänger-Karabiner verwenden, weil sie „genauso aussehen“. Diese Produkte haben keine Kletternorm und sind für solche Lasten nicht ausgelegt. Der Preisunterschied zu einem echten EN-12275-zertifizierten Karabiner beträgt oft weniger als zehn Euro, hier zu sparen ist unvertretbar.
Fehler 5: Den Karabiner zu lange in Betrieb lassen
Karabiner werden durch Nutzung abgenutzt. Seilreibung hinterlässt Rillen, Sand und Staub beschädigen die Gelenke, UV-Licht und Chemikalien greifen das Material an. Das alles geschieht langsam und oft unsichtbar. Viele Kletterer halten ihren Karabiner für „noch gut genug“, solange er nicht sichtbar gebrochen ist. Das ist eine gefährliche Fehleinschätzung.
Ich empfehle, alle Karabiner einmal im Jahr einer gründlichen Inspektion zu unterziehen: Bewegt sich der Schnapper leichtgängig? Schließt der Verschluss vollständig und sicher? Gibt es tiefe Rillen, Kerben oder Verformungen? Ist die Oberfläche durch Seilkontakt deutlich abgenutzt? Bei jedem „Ja“ ist Vorsicht angebracht, bei mehreren „Ja“ sollte der Karabiner ersetzt werden.
Die Geschichte des HMS-Karabiners: Von der Alpinistik zur modernen Klettertechnik
Karabiner wurden ursprünglich für militärische Zwecke entwickelt, die Bezeichnung kommt tatsächlich von „Karabiner“ (Gewehr), an dem Soldaten Ausrüstung befestigten. Im Alpinismus wurden sie ab den 1910er-Jahren eingesetzt, zunächst als einfache Verbindungsglieder aus Stahl.
Der Halbmastwurf als Sicherungstechnik wurde in den 1970er-Jahren populär, als Kletterer nach einer einfacheren und leichteren Alternative zu den damals üblichen Sicherungsgeräten suchten. Der italienische Bergsteiger Sticht entwickelte 1970 das erste kommerzielle Sicherungsgerät (das „Stichtplättchen“), aber der Halbmastwurf hatte den Vorteil, ohne spezielles Gerät auszukommen, man brauchte nur einen Karabiner.
Mit der Popularisierung des Sportkletterns in den 1980er-Jahren wurde der HMS-Karabiner zum Standard. Gleichzeitig begann die Weiterentwicklung der Karabinermaterialien: Von Stahl zu Aluminium-Legierungen, die deutlich leichter waren. Heute sind hochfeste Aluminiumlegierungen wie 7075-T6 der Standard, sie bieten bei einem Bruchteil des Gewichts von Stahl vergleichbare Festigkeitswerte.
Die Normung durch EN 12275 in den 1990er-Jahren brachte einheitliche Mindeststandards für alle europäischen Hersteller. Diese Norm hat wesentlich dazu beigetragen, die Sicherheit im Klettersport zu verbessern und den Markt von minderwertigen Produkten zu bereinigen.
Marken im Überblick: Die wichtigsten HMS-Karabiner-Hersteller
Black Diamond: Der amerikanisch-europäische Allrounder
Black Diamond Equipment wurde 1989 in Salt Lake City gegründet, hat aber seine Wurzeln in der europäischen Kletterszene, der Firmengründer Yvon Chouinard hatte zuvor Chouinard Equipment geleitet, aus dem später Patagonia hervorging. Black Diamond ist heute einer der weltweit führenden Hersteller von Kletterausrüstung und bekannt für gut durchdachte, zuverlässige Produkte im mittleren bis gehobenen Preissegment.
Die HMS-Karabiner von Black Diamond zeichnen sich durch eine sehr sorgfältige Verarbeitung und ein durchdachtes Design aus. Besonders der RockLock und der GridLock sind in Kletterkreisen seit Jahren etabliert und werden sowohl von Einsteigern als auch von Profis geschätzt.
Petzl: Französische Innovationsschmiede
Petzl wurde 1975 in Frankreich gegründet und hat sich von einem Stirnlampen-Hersteller zum Spezialisten für Kletterausrüstung und Höhenarbeit entwickelt. Das Unternehmen ist bekannt für technische Innovationen, das Grigri, das heute meistverkaufte assistierte Bremsgerät der Welt, wurde von Petzl entwickelt.
Petzl-Karabiner sind bekannt für ihre ergonomische Gestaltung, die intuitive Bedienung und die ausgezeichnete Passform für Petzl-eigene Sicherungsgeräte. Besonders der ATTACHE und der William sind in der europäischen Kletterszene sehr beliebt.
Mammut: Schweizer Qualitätstradition seit 1862
Mammut ist eines der ältesten Unternehmen in der Outdoor-Branche. Gegründet 1862 als Seilhersteller in der Schweiz, hat sich das Unternehmen zu einem der bekanntesten europäischen Kletterausrüster entwickelt. Mammut-Produkte sind bekannt für ihre hervorragende Qualität, durchdachte Konstruktion und lange Lebensdauer.
Der typische Mammut-Karabiner ist etwas teurer als vergleichbare Produkte anderer Hersteller, überzeugt aber durch exzellente Verarbeitung und ein klares, elegantes Design. Für Kletterer, die Wert auf Langlebigkeit und Qualität legen, ist Mammut eine ausgezeichnete Wahl.
Edelrid: Deutsche Traditionsmarke mit Fokus auf Nachhaltigkeit
Edelrid wurde 1863 im bayerischen Isny gegründet, ebenfalls als Seilhersteller. Das Unternehmen hat sich besonders in den letzten Jahren einen Namen als Hersteller mit starkem Fokus auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein gemacht. Edelrid war einer der ersten Kletterausrüster, der recycelte Materialien und umweltfreundliche Produktionsprozesse in großem Maßstab einsetzte.
Die Edelrid-Karabiner bieten ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind in Deutschland besonders beliebt. Für intensive Nutzung und professionellen Einsatz ist der Bulletproof HMS eine interessante Speziallösung.
Karabiner pflegen und warten: Praxistipps für längere Lebensdauer
Reinigung nach dem Klettern
Nach jedem Klettertag, besonders in sandigem oder lehmigem Gelände, reinige ich meine Karabiner kurz. Das muss keine aufwändige Prozedur sein: Unter fließendem Wasser spülen, dabei den Schnapper ein paarmal öffnen und schließen damit Sand aus den Gelenken gespült wird, und dann an der Luft trocknen lassen. Diese fünf Minuten verlängern die Lebensdauer erheblich.
Nach dem Klettern in der Nähe von Salzwasser (Küstenklettern, Seaklettern) ist eine gründlichere Reinigung wichtig. Salzwasser greift Aluminium an und kann langfristig zu Korrosion führen. Ich spüle die Karabiner nach solchen Touren gründlich mit süßem Wasser ab und trockne sie vollständig, bevor ich sie einpacke.
Schmierung des Verschlusssystems
Das Schraubverschlusssystem und der Schnapper-Mechanismus profitieren gelegentlich von einer leichten Schmierung. Ich verwende dafür ein trockenes Schmiermittel auf PTFE-Basis oder spezielles Kletterausrüstungs-Öl. Wichtig: Niemals WD-40 oder ähnliche Kriechöle verwenden, diese lösen zunächst zwar Korrosion, hinterlassen aber einen klebrigen Rückstand und ziehen Schmutz an.
Die Schmierung ist besonders im Winter wichtig, wenn Feuchtigkeit in die Gelenke einfrieren kann. Ein einmal im Jahr geschmiertes Verschlusssystem läuft deutlich besser und verhindert, dass sich der Schnapper klemmt oder der Verschluss schwergängig wird.
Inspektion und Dokumentation
Ich empfehle, eine einfache Liste zu führen: Kaufdatum, Modell und eine kurze Notiz nach besonderen Ereignissen (starke Sturzbelastung, Kontakt mit Chemikalien, etc.). So behaltet ihr den Überblick über das Alter eurer Ausrüstung und könnt fundierte Entscheidungen treffen, wann ein Ersatz sinnvoll ist.
Manche Kletterer markieren ihre Karabiner mit kleinen Farbpunkten: Jeden Januar ein neuer Punkt, sodass man auf einem Blick sieht, wie alt das Stück ist. Nach zehn Punkten wird ausgemustert, egal wie gut der Karabiner noch aussieht. Diese simple Methode macht die abstrakte „10-Jahres-Regel“ konkret und umsetzbar.
Preisklassen und Budgetplanung: Was kostet ein guter HMS-Karabiner?
HMS-Karabiner sind erfreulicherweise keine teuren Anschaffungen. Die Preisspanne reicht von etwa 12 Euro für einfache Modelle bis zu 50 Euro für Spezialkonstruktionen mit besonderen Eigenschaften. Im mittleren Segment zwischen 18 und 30 Euro findet man die meisten empfehlenswerten Alltagskarabiner von namhaften Herstellern.
Meine Empfehlung: Investiert zwischen 20 und 35 Euro in einen HMS-Karabiner von einem etablierten Hersteller. Günstiger als 15 Euro würde ich bei einem sicherheitsrelevanten Produkt nicht gehen, nicht weil billige Karabiner unbedingt unsicher sind, aber weil bei diesen Preisen oft an Verarbeitung, Verschlusssystem oder Langlebigkeit gespart wird.
Wer mehrere HMS-Karabiner kauft, zum Beispiel einen für die Halle, einen fürs Outdoorklettern und einen als Standplatz-Masterkarabiner, kann im Doppelpack oder Set oft günstiger einkaufen. Viele Hersteller bieten solche Pakete an.
Externe Links und weiterführende Informationen
Wer sich weiter in das Thema Klettersicherheit einlesen möchte, findet beim Deutschen Alpenverein (DAV) ausgezeichnete Merkblätter und Sicherheitsstudien. Auch die Hersteller stellen umfangreiche technische Datenblätter und Anleitungsvideos bereit. Kletterverbände wie der DAV, OEAV und SAC bieten Kurse an, die ich jedem Kletterer, egal welchen Levels, empfehle.
Vertiefende Tests und Vergleiche findet ihr auch auf diesen Seiten hier bei test-vergleiche.com:
- Klettergurt Test: Die besten Gurte für Sporthalle und Fels
- Kletterseil Test und Vergleich: Welches Seil passt zu euch?
- Sicherungsgeräte Test: ATC, Grigri und Alternativen im Vergleich
- Kletterhelm Test: Schutz ohne Kompromisse beim Klettern
- Expressschlingen Test: Das beste Quickdraw-Set fürs Sportklettern
Häufige Fragen zum HMS-Karabiner
Was bedeutet HMS beim Karabiner?
HMS steht für Halbmast-Sicherung, gemeint ist der Halbmastwurf, eine Knotentechnik, bei der das Seil direkt durch den Karabiner geführt und durch Reibung gebremst wird. Der birnenförmige Karabiner wurde speziell für diese Sicherungsmethode entwickelt. Die Abkürzung hat sich eingebürgert, obwohl heute viele Kletterer den HMS-Karabiner auch mit anderen Sicherungsgeräten wie ATC oder Grigri kombinieren.
Was ist der Unterschied zwischen HMS-Karabiner und normalem Karabiner?
Ein HMS-Karabiner hat eine spezifische Birnen- oder Trapezform, die breiter ist als ein ovaler oder D-förmiger Standardkarabiner. Diese Form ist notwendig, damit der Halbmastwurf korrekt funktioniert und das Seil ohne Blockieren durch den Karabiner laufen kann. Normale D-Karabiner oder Ovale sind für diesen Zweck nicht geeignet und können die Sicherungsfunktion des Halbmastwurfs beeinträchtigen. HMS-Karabiner haben zudem immer einen Sicherungsverschluss (Schraub-, Twist- oder Triple-Lock), da sie als Sicherungskarabiner eine dauerhaft geschlossene Verbindung erfordern.
Wie oft muss ich meinen HMS-Karabiner ersetzen?
Die allgemeine Empfehlung lautet: spätestens nach 10 Jahren, auch ohne sichtbare Schäden. Bei intensiver Nutzung (mehrmals wöchentlich, mehrere Stunden Sicherarbeit) kann es deutlich früher notwendig sein, dann wenn tiefe Rillen durch Seilabrieb, schwergängiger Verschluss, Verformungen oder Korrosion sichtbar werden. Nach einem starken Sturz (mit Belastungsimpuls auf die Sicherungskette) sollte der Karabiner inspiziert werden. Im Zweifel: ersetzen. Die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Risiko.
Welche Norm muss ein HMS-Karabiner für das Klettern erfüllen?
Für den Freizeitbereich und den Sport ist die EN 12275 (Bergsteigen: Verbindungsmittel) maßgeblich. Diese Norm definiert Mindestbruchlasten, Anforderungen an den Verschluss und andere Sicherheitskriterien. Industrielle PSA-Karabiner werden nach EN 362 zertifiziert. Achten Sie auf das CE-Zeichen und die Normangabe auf dem Karabiner selbst, fehlt diese, handelt es sich nicht um geprüfte Schutzausrüstung. Deko-Karabiner und Schlüsselkarabiner tragen zwar manchmal CE-Zeichen für andere Normen (z.B. für Elektroprodukte), sind aber niemals für den Klettersport zugelassen.
Twist-Lock oder Schraubverschluss, was ist besser?
Beide Verschlusssysteme haben ihre Berechtigung. Der Schraubverschluss ist die klassische Lösung: einfach, zuverlässig, vertraut. Der Nachteil ist, dass man aktiv daran denken muss, ihn zu schließen. Der Twist-Lock schließt sich automatisch und reduziert die Gefahr vergessener offener Karabiner. Meine persönliche Empfehlung für Einsteiger: Mit Schraubverschluss beginnen, da man so das bewusste Schließen trainiert. Fortgeschrittene Kletterer dürfen gern zu Automatik-Verschlüssen wechseln, besonders für stressige Situationen in der Kletterhalle. Triple-Lock für kritische Standplatz-Karabiner.
Kann ich jeden HMS-Karabiner mit dem Grigri verwenden?
Petzl empfiehlt für das Grigri die Verwendung von HMS-Karabinern mit einer Rückseiten-Breite von mindestens 13 mm und einer Öffnungsweite von mindestens 21 mm. Die meisten modernen HMS-Karabiner erfüllen diese Anforderungen. Dennoch sollte man die Kompatibilitätsliste in der Grigri-Bedienungsanleitung prüfen, da unterschiedliche Karabinerformen die Funktionsweise des Grigris beeinflussen können. Grundsätzlich gilt: Karabiner und Sicherungsgerät sollten aufeinander abgestimmt sein, und die Kombination sollte geübt werden, bevor man am Fels sichert.
Was bedeutet die kN-Angabe auf meinem Karabiner?
kN steht für Kilonewton, eine Krafteinheit. 1 kN entspricht etwa 100 kg Gewichtskraft. Auf jedem Karabiner sind mindestens drei Werte angegeben: die Bruchlast in Längsrichtung (geschlossen, typisch 20-25 kN), in Längsrichtung mit geöffnetem Verschluss (typisch 7-9 kN) und in Querrichtung (typisch 7-10 kN). Diese Werte zeigen die Kraft, bei der der Karabiner versagen würde, in der Praxis entstehen beim Klettersturz typisch Kräfte von 5-8 kN. Die Werte geben also eine bedeutende Sicherheitsreserve, die aber nur funktioniert, wenn der Karabiner korrekt in Längsrichtung belastet wird.
Fazit: Meine persönliche Empfehlung
Nach all meinen Jahren am Fels und in der Halle komme ich immer wieder zu dem gleichen Schluss: Der beste HMS-Karabiner ist der, den man kennt, dem man vertraut und den man zuverlässig benutzt. Qualität ist wichtig, man sollte nicht beim billigsten Produkt kaufen. Aber auch die teuersten Karabiner nutzen nichts, wenn man den Verschluss nicht schließt oder das Sicherungsgerät falsch einlegt.
Für die meisten Kletterer empfehle ich entweder den Black Diamond RockLock oder den Petzl ATTACHE als solide Einstiegs- und Alltagskarabiner. Wer einen Automatik-Verschluss bevorzugt, ist mit dem Mammut Crag oder dem Petzl William Triact-Lock gut beraten. Für professionellen Einsatz lohnt der Edelrid Bulletproof. Und wer viel im Alpinbereich unterwegs ist, sollte zu einem leichten Modell unter 60 Gramm greifen.
Wichtiger als die Markenwahl ist die regelmäßige Prüfung, die korrekte Technik und die Bereitschaft, einen Karabiner bei Zweifeln sofort auszutauschen. Leben ist mehr wert als zwanzig Euro.
- Zusammen mit dem HMS-Karabiner sollte immer ein geeignetes Sicherungsgerät gekauft werden, hier findet ihr unseren Sicherungsgeräte-Vergleich.
- Ohne passenden Klettergurt macht auch der beste Karabiner keinen Sinn, unsere Klettergurt-Empfehlungen helfen bei der Wahl.
- Für sicheres Klettern draußen ist auch das richtige Kletterseil entscheidend.
- Und der Kopfschutz sollte nicht vergessen werden: Kletterhelme im Vergleich.
Autor: Klaus Hofmann, Klettern & Sicherheit bei test-vergleiche.com. Klaus klettert seit über 20 Jahren und hat in dieser Zeit Hunderte von Kletterrouten in Europa begangen. Er schreibt für test-vergleiche.com über Kletterausrüstung, Sicherheitstechnik und Ausrüstungspflege. Alle Produktempfehlungen basieren auf persönlicher Erfahrung und sorgfältiger Recherche. Wir sind kein Testinstitut. Dieser Artikel dient zur Information und ersetzt keine professionelle Kletterschulung.
Wurden HMS-Karabiner von der Stiftung Warentest getestet?
Uns ist aktuell kein Test der Stiftung Warentest zu HMS-Karabiner bekannt. Sobald ein Test veroeffentlicht wird, aktualisieren wir diesen Bereich.















