Ich werde oft gefragt, was den einen Helm besser macht als den anderen. Die ehrliche Antwort: Es kommt auf die Kombination an. Hier sind die Punkte, die ich bei jedem Helm durchgehe, bevor ich ihn empfehle.
Passform und Kopfumfang richtig messen
Das ist der mit Abstand wichtigste Punkt. Miss Deinen Kopfumfang mit einem Maßband etwa einen bis zwei Zentimeter über den Augenbrauen, an der breitesten Stelle. Vergleiche den Wert mit der Größentabelle des Herstellers. Ein Helm muss fest sitzen, ohne zu drücken. Aufgesetzt sollte er waagerecht auf dem Kopf liegen, nicht in den Nacken gekippt, nicht in die Stirn gezogen. Der Rand gehört etwa ein bis zwei Finger breit über die Augenbrauen. Schüttelst Du den Kopf, darf nichts wackeln. Und der Kinnriemen wird bei jeder Fahrt geschlossen, ohne Ausnahme. Ein offener Riemen macht den besten Helm nutzlos.
Belüftung und Vents
Beim Bergauffahren produzierst Du ordentlich Wärme. Ein guter MTB-Helm hat genügend Belüftungsöffnungen (Vents), die den Luftstrom durch den Helm leiten. Achte nicht nur auf die Anzahl, sondern auf die Anordnung: Vorne sollte Luft rein, hinten wieder raus. Modelle mit Insektennetzen vor den vorderen Öffnungen sind im Sommer Gold wert. Wer viel im Hochsommer fährt, sollte Belüftung höher gewichten als ein paar Gramm Mehrgewicht.
Gewicht
Trail-Helme liegen meist zwischen 300 und 400 Gramm, Enduro-Helme etwas darüber, Fullface-Helme deutlich höher. Ein leichter Helm fällt nach Stunden im Sattel kaum auf, ein schwerer drückt mit der Zeit auf den Nacken. Das Gewicht ist allerdings immer ein Kompromiss mit dem Schutzlevel, mehr Material bedeutet mehr Gewicht. Verbeiß Dich nicht in jedes einzelne Gramm.
Verstellsystem
Ein gutes Drehrad am Hinterkopf (oft als Dial- oder Fidlock-System) lässt sich auch mit Handschuhen bedienen und justiert den Helm in Sekunden. Achte darauf, dass sich die Höhe des Verstellrings anpassen lässt und die Riemen sauber unter den Ohren zusammenlaufen. Billige Verstellsysteme leiern aus oder verrutschen, ein klares Ausschlusskriterium.
Visier
Ein verstellbares Visier hält tief stehende Sonne, Äste und aufspritzenden Schlamm vom Gesicht fern. Bei manchen Helmen lässt es sich nach oben klappen, um eine Brille zu parken. Praktisch, aber kein Muss, wichtiger ist, dass es bei einem Sturz nachgibt und nicht zur Gefahr wird.
Ich sehe auf den Trails ständig Helme, die viel zu locker sitzen oder mit offenem Riemen gefahren werden. Die beste Schutzausrüstung der Welt bringt nichts, wenn man sie falsch trägt. Passform und geschlossener Riemen, das ist die halbe Miete.: Marcus Bauer, Outdoor bei test-vergleiche.com