Silikatfarbe wird auch als Mineralfarbe bezeichnet. Es ist ein Anstrichmittel, bestehend aus Kalk und Zement sowie aus Kaliumsilikat, auch Wasserglas genannt. Sie verbindet sich mit dem geeigneten Untergrund durch Verkieselung zu einer unlösbaren Verbindung, was zur Langlebigkeit der Silikatfarbe beiträgt. Sie ist diffusionsoffen, das heißt, dass sie Wasserdampf durchlässt und auch wieder abgibt. Diese Atmungsaktivität trägt dazu bei, dass Schimmel hier keine Chance hat. Da Silikatfarbe keine organischen Lösungsmittel enthalten, sind sie sehr umweltfreundlich. Sie sind Licht- bzw. UV-beständig.
Die Deckkraft
Eine der wichtigsten Eigenschaften der Silikatfarbe ist die Deckkraft. Sie bestimmt die Qualität der Farbe und deren Intensität. Dafür gibt es die nach DIN EN 13300 genormten Deckkraftklassen. Je höher diese ist, um so wenigere Anstriche werden benötigt.
Der Nassabrieb
Der Silikatfarbe Nassabrieb ist ebenfalls eine wichtige Silikatfarbe Bewertung. Nassabrieb ist die Haftfähigkeit nach dem Antrocknen an der Wand. Sie wird ebenfalls in vier Klassen bewertet.
Silikatfarbe Empfehlungen zum Verarbeiten
Silikatfarben erfordern spezielle Vorbehandlung und Aufmerksamkeit bei der Anwendung. Bevor Sie anfangen sollten Sie einiges grundsätzlich beachten:
- Silikatfarbe ist alkalisch und wirkt leicht ätzend und sollte nicht auf die Haut gelangen
- Werden Farbpigmente zugemischt, müssen diese alkalibeständig sein
- Angerührte Farbe ist nur etwa 2 Tage haltbar und nicht lagerfähig
- Der Auftrag außen sollte möglichst nicht bei kaltem Wetter erfolgen, innen sollte die Raumtemperatur auch mindestens 15° C betragen.
- Lüften Sie die Räume nach dem Auftrag gründlich
Mischen der Silikatfarbe
Einige Silikatfarben müssen vor der Anwendung verdünnt werden. Zum Mischungsverhältnis müssen Sie die Anweisungen der Hersteller beachten. Das kann unter Umständen mit einer Wartezeit von 24 Stunden verbunden sein. Danach sollten Sie folgendermaßen vorgehen:
Vorbereitung des Untergrunds
Der Untergrund muss sauber und trocken sein und darf nicht sanden. Eventuelle Schäden vorher ausbessern. Schmutz, Fett oder Schimmel beseitigen. Das gilt auch für eventuell vorhandene Leim- oder Dispersionsanstriche auf denen die Silikatfarbe nicht haftet!
Grundierung
Eine Grundierung ist zwar keine Pflicht, ist aber angebracht. Dafür gibt es spezielle Silikat-Grundierungen, meist Kaliwasserglas, was die spätere Haftung erleichtert. Die Grundierung muss völlig trocknen, bevor der nächste Anstrich gemacht wird!
Farbauftrag
Die Silikatfarbe kann mit dem Pinsel, der Rolle oder einem Quast aufgetragen werden. Arbeiten Sie dabei gleichmäßig, um eine gute Deckung zu erzielen. In der Regel sind zwei bis drei Farbanstriche erforderlich. Jeder Auftrag muss erst vollkommen abgetrocknet sein, bevor der nächste erfolgen kann.