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Festgeldrechner: Zinsen vergleichen und Konditionen verstehen
Festgeldrechner im Vergleich: Anlagebetrag und Laufzeit eingeben, Konditionen gegenüberstellen, Einlagensicherung und Steuern verstehen.

Ein Festgeldrechner ist ein Vergleichswerkzeug, mit dem Sie für einen festgelegten Anlagebetrag und eine bestimmte Laufzeit die Zinskonditionen verschiedener Banken gegenüberstellen. Worauf es beim Ergebnis ankommt, sind der effektive Jahreszins, die Laufzeit, die Einlagensicherung des Anbieters und der Umgang mit der Kapitalertragsteuer. Der Vergleich zeigt die Bandbreite verfügbarer Angebote und ersetzt keine individuelle Anlageberatung.
Auf einen Blick
- Festgeld bindet einen festen Betrag für eine vereinbarte Laufzeit zu einem im Voraus festgelegten Zinssatz.
- Einlagen sind innerhalb der EU gesetzlich bis 100.000 Euro je Kunde und Bank abgesichert (Einlagensicherungsrichtlinie, EinSiG).
- Zinserträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag nach § 32d EStG.
- Ein Teil der Erträge bleibt über den Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag hinterlegt ist.
- Anbieter von Finanzprodukten müssen nach der PRIIP-Verordnung ein Basisinformationsblatt bereitstellen.
Was ein Festgeldrechner berechnet
Ein Festgeldrechner ist ein digitales Vergleichswerkzeug für Zinskonditionen bei festverzinslichen Einlagen. Er stellt auf Basis von Anlagebetrag, Laufzeit und gewähltem Zinsmodell die Angebote verschiedener Banken nebeneinander.
Die Grundlage jeder Berechnung ist der Sollzins, den eine Bank für die vereinbarte Laufzeit garantiert. Anders als beim Tagesgeld ändert sich dieser Zins während der Laufzeit nicht. Der Rechner zeigt zusätzlich den Effektivzins, der Zinsmethode und Zinszeitpunkt berücksichtigt und Angebote dadurch vergleichbar macht.
- Eingabefelder: Anlagebetrag, Laufzeit, teils Zinsauszahlungsart.
- Ausgabe: Sollzins, Effektivzins, Ertrag am Ende der Laufzeit vor Steuern.
- Sortierung meist nach Effektivzins absteigend, filterbar nach Laufzeit und Einlagensicherung.
Die Berechnung selbst basiert auf öffentlich gemeldeten Konditionen der Banken, nicht auf Schätzwerten. Ändert eine Bank ihre Konditionen, aktualisiert sich der angezeigte Wert im Rechner entsprechend. Ein Festgeldrechner ersetzt dennoch keine Beratung zur persönlichen Anlagesituation, sondern liefert die Datenbasis für einen eigenen Vergleich.
Anlagebetrag und Laufzeit richtig eingeben
Der Anlagebetrag ist die Summe, die für die gesamte Laufzeit gebunden wird. Viele Banken setzen einen Mindestbetrag voraus, oft im niedrigen vierstelligen Bereich, und eine Obergrenze, die vor allem bei der Einlagensicherung relevant wird.
Die Laufzeit bestimmt, wie lange das Kapital nicht verfügbar ist. Sie reicht bei den meisten Anbietern von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Eine vorzeitige Kündigung ist bei klassischem Festgeld in der Regel ausgeschlossen oder nur gegen einen Abschlag möglich.
| Eingabe | Bedeutung für das Ergebnis |
|---|---|
| Anlagebetrag | Bestimmt den absoluten Ertrag und ob die Einlagensicherungsgrenze erreicht wird |
| Laufzeit | Beeinflusst den Zinssatz und die Bindungsdauer des Kapitals |
| Zinsauszahlung | Jährliche Auszahlung oder Gutschrift am Laufzeitende verändert den Gesamtertrag |
Wie der Zinsvergleich zustande kommt
Ein Zinsvergleich stellt die von Banken gemeldeten Konditionen für dieselbe Kombination aus Betrag und Laufzeit gegenüber. Grundlage sind die von den Instituten veröffentlichten Konditionen, nicht Schätzungen des Vergleichsportals.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins. Der Sollzins ist der nominale Zinssatz. Der Effektivzins berücksichtigt zusätzlich Zinszeitpunkt und Zinsmethode und ist deshalb die verlässlichere Vergleichsgröße nach § 6a PAngV für Kreditprodukte, bei Anlageprodukten dient er als Orientierung für die tatsächliche Rendite.
Vergleichen Sie deshalb immer den Effektivzins und nicht allein die auf der Startseite beworbene Zahl. Prüfen Sie zusätzlich, ob der beworbene Zins nur für Neukunden oder auch für Bestandskunden gilt.
Ein weiterer Punkt ist die Frage, ob der angezeigte Zinssatz garantiert ist oder unter einem Vorbehalt steht, etwa der Bonität des Kunden oder einer Mindestanlagesumme. Lesen Sie deshalb die Produktinformationen zu einem Angebot vollständig, bevor Sie sich für eine Bank entscheiden.
Laufzeiten im Festgeld: kurz, mittel, lang
Festgeld ist keine einheitliche Anlageform, sondern ein Baukasten aus Laufzeiten. Kurze Laufzeiten von wenigen Monaten passen zu Geld, das absehbar wieder gebraucht wird. Lange Laufzeiten von mehreren Jahren passen zu Kapital, das planbar nicht angetastet werden muss.
- Kurzfristig: Kapital bleibt zeitnah wieder verfügbar, Zinsniveau meist niedriger.
- Mittelfristig: Kompromiss zwischen Bindung und Flexibilität.
- Langfristig: Kapital ist über Jahre gebunden, Planungssicherheit für feste Ziele.
Prüfen Sie vor der Wahl der Laufzeit, ob absehbare Ausgaben in diesem Zeitraum anstehen. Eine vorzeitige Auflösung ist bei klassischem Festgeld meist nicht oder nur eingeschränkt vorgesehen.

Einlagensicherung: worauf es bei der Bankwahl ankommt
Einlagensicherung ist der gesetzliche Schutz, der Spareinlagen im Fall einer Bankenpleite absichert. Innerhalb der EU gilt eine gesetzliche Mindestsicherung von 100.000 Euro je Kunde und Bank, geregelt über die Einlagensicherungsrichtlinie und in Deutschland über das Einlagensicherungsgesetz.
Diese Grenze gilt pro Bank, nicht pro Konto. Wer mehr als den gesicherten Betrag anlegen möchte, kann das Kapital auf mehrere Institute verteilen, um innerhalb der Absicherung zu bleiben.
Manche Banken sind zusätzlich freiwilligen Einlagensicherungsfonds angeschlossen, die über die gesetzliche Grenze hinausgehen. Prüfen Sie bei ausländischen Anbietern, welches nationale System greift und in welcher Sprache die Einlagensicherung im Ernstfall abgewickelt wird.
Zinseszins bei Festgeld
Zinseszins entsteht, wenn Zinsen einer Periode wieder mit angelegt werden und in der Folgeperiode selbst Zinsen erzeugen. Bei klassischem Festgeld mit einmaliger Auszahlung am Laufzeitende tritt dieser Effekt nur ein, wenn die Zinsen tatsächlich reinvestiert werden.
Bei mehrjährigen Laufzeiten bieten manche Banken eine Variante mit jährlicher Zinsgutschrift auf das Festgeldkonto an, wodurch sich die Bemessungsgrundlage für die Folgejahre erhöht. Ohne diese Gutschrift bleibt der Zins über die gesamte Laufzeit auf den ursprünglichen Anlagebetrag bezogen.
- Einmalzins am Ende der Laufzeit: kein Zinseszinseffekt innerhalb der Anlage.
- Jährliche Gutschrift auf das Festgeldkonto: Zinseszinseffekt über die Laufzeit.
- Auszahlung auf ein separates Konto: Zinseszinseffekt nur bei eigener Wiederanlage.
Neukunden- und Bestandskundenkonditionen
Banken unterscheiden häufig zwischen Konditionen für Neukunden und für Bestandskunden. Neukundenangebote sind meist die Zinssätze, die in Vergleichsrechnern an erster Stelle erscheinen, und gelten oft nur für einen begrenzten Zeitraum oder eine erste Anlage.
Bestandskunden erhalten bei Anschlussanlagen mitunter niedrigere Zinsen. Prüfen Sie deshalb bei jeder Verlängerung eines Festgeldkontos, ob ein Wechsel zu einem anderen Anbieter oder eine Neuverhandlung sinnvoller ist als eine automatische Anschlussanlage.
| Kundenstatus | Typische Ausgangslage |
|---|---|
| Neukunde | Häufig höherer Zins, oft zeitlich befristetes Angebot |
| Bestandskunde | Anschlusskonditionen können niedriger ausfallen als das Neukundenangebot |
Steuern auf Festgeldzinsen
Zinserträge aus Festgeld gehören zu den Kapitalerträgen und unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag nach § 32d EStG. Die Bank führt die Steuer in der Regel direkt an das Finanzamt ab, sofern kein Freistellungsauftrag vorliegt oder dieser ausgeschöpft ist.
Ein Teil der Kapitalerträge bleibt über den Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG steuerfrei. Um diesen Freibetrag zu nutzen, hinterlegen Sie bei der jeweiligen Bank einen Freistellungsauftrag. Ohne Freistellungsauftrag wird die Steuer zunächst einbehalten und kann über die Steuererklärung geltend gemacht werden.
Bei ausländischen Banken innerhalb der EU gelten abweichende Meldeverfahren. Prüfen Sie vorab, ob der Anbieter die Steuer automatisch abführt oder ob Sie die Erträge selbst in der Steuererklärung angeben müssen.
Kostenlose Nutzung und Transparenz bei Vergleichsportalen
Die Nutzung eines Festgeldrechners ist für Anlegerinnen und Anleger in der Regel kostenfrei. Vergleichsportale finanzieren sich über Vergütungen der Banken bei Kontoeröffnung, nicht über Gebühren der Nutzer.
Achten Sie bei der Auswahl des Portals auf Transparenz: Werden alle relevanten Konditionen offen dargestellt, einschließlich Mindest- und Höchstanlagebetrag, Kündigungsregeln und Sitz der Bank? Ein seriöser Vergleich nennt auch, welches Einlagensicherungssystem greift.
Ein Vergleichsportal ersetzt keine eigene Prüfung der Vertragsunterlagen. Lesen Sie vor Vertragsabschluss die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Bank und das Basisinformationsblatt, um zu verstehen, welche Bedingungen konkret gelten.
- Vollständige Konditionen statt nur beworbener Spitzenzins.
- Angabe des Bankensitzes und des zuständigen Einlagensicherungssystems.
- Erkennbare Kennzeichnung, wenn der Vergleich Werbung enthält.
Schritt für Schritt zum passenden Festgeldkonto
Bevor Sie eine Entscheidung treffen, klären Sie zunächst, welcher Betrag über welchen Zeitraum entbehrlich ist. Diese Grundlage bestimmt, welche Laufzeiten überhaupt infrage kommen.
Vergleichen Sie anschließend die Effektivzinsen mehrerer Banken für dieselbe Kombination aus Betrag und Laufzeit. Prüfen Sie parallel die Einlagensicherung und den Sitz des Instituts, insbesondere bei Banken außerhalb Deutschlands.
- Betrag und Laufzeit festlegen, die realistisch entbehrlich sind.
- Effektivzinsen mehrerer Anbieter für identische Parameter vergleichen.
- Einlagensicherung und Bankensitz prüfen.
- Freistellungsauftrag für den Sparer-Pauschbetrag einrichten.
Notieren Sie sich vor der Kontoeröffnung, welche Bank welches Einlagensicherungssystem nutzt und wo die Bank ihren Sitz hat. Diese Angaben stehen im Basisinformationsblatt oder in den Produktinformationen und sind Teil der Prüfung, nicht nur der Zinssatz allein.

Varianten im Vergleich
| Anlageform | Verfügbarkeit | Zinsbindung | Typischer Einsatzzweck |
|---|---|---|---|
| Festgeld | Erst nach Laufzeitende | Fest für die gesamte Laufzeit | Planbares Sparziel mit festem Zeitpunkt |
| Tagesgeld | Täglich verfügbar | Variabel, jederzeit änderbar | Liquiditätsreserve, Notgroschen |
| Kündigungsgeld | Nach vereinbarter Kündigungsfrist | Fest bis zur Kündigung | Mittelweg zwischen Bindung und Flexibilität |
| Sparbuch | Meist mit Verfügungsgrenze verfügbar | Variabel | Klassisches Sparen mit gesetzlicher Kündigungsfrist |
So läuft es ab
- Anlagebetrag und gewünschte Laufzeit im Festgeldrechner eingeben.
- Angebote nach Effektivzins, Einlagensicherung und Bankensitz vergleichen.
- Konto beim gewählten Anbieter online eröffnen und Identität per PostIdent oder VideoIdent bestätigen.
- Anlagebetrag vom Referenzkonto auf das Festgeldkonto überweisen.
- Freistellungsauftrag für den Sparer-Pauschbetrag hinterlegen.
- Am Ende der Laufzeit Kapital und Zinsen erhalten oder neu anlegen.
Häufige Fragen
Was ist ein Festgeldrechner?
Ein Festgeldrechner ist ein Online-Werkzeug, das für einen eingegebenen Anlagebetrag und eine gewählte Laufzeit die Zinskonditionen verschiedener Banken vergleicht und den zu erwartenden Ertrag vor Steuern anzeigt.
Wie sicher ist Festgeld?
Festgeld gilt als vergleichsweise sichere Anlageform, weil Einlagen innerhalb der EU gesetzlich bis 100.000 Euro je Kunde und Bank abgesichert sind. Ein Restrisiko besteht bei Banken außerhalb dieses Sicherungssystems.
Kann ich Festgeld vorzeitig kündigen?
Klassisches Festgeld ist für die vereinbarte Laufzeit gebunden. Eine vorzeitige Auflösung ist bei den meisten Anbietern nicht vorgesehen oder nur gegen einen Zinsabschlag möglich. Prüfen Sie die Bedingungen vor Vertragsabschluss.
Welche Laufzeit ist sinnvoll?
Das hängt vom Zeitpunkt ab, zu dem das Geld wieder benötigt wird. Kurze Laufzeiten passen zu absehbaren Ausgaben, lange Laufzeiten zu Kapital, das über Jahre nicht angetastet werden muss. Vergleichen Sie die Konditionen für mehrere Laufzeiten.
Muss ich Zinsen aus Festgeld versteuern?
Ja, Festgeldzinsen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag nach § 32d EStG. Ein Teil der Erträge bleibt über den Sparer-Pauschbetrag steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag hinterlegt ist.
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?
Der Sollzins ist der nominale Zinssatz eines Angebots. Der Effektivzins berücksichtigt zusätzlich Zinszeitpunkt und Zinsmethode und eignet sich deshalb besser für einen Vergleich mehrerer Angebote.
Gilt die Einlagensicherung auch bei ausländischen Banken?
Innerhalb der EU gilt die gesetzliche Mindestsicherung von 100.000 Euro je Kunde und Bank auch bei Banken mit Sitz in einem anderen Mitgliedstaat. Prüfen Sie, welches nationale Sicherungssystem im Ernstfall zuständig ist.
Was passiert am Ende der Laufzeit mit dem Festgeld?
Am Laufzeitende werden Anlagebetrag und Zinsen in der Regel auf das hinterlegte Referenzkonto überwiesen. Manche Banken bieten stattdessen eine automatische Anschlussanlage an, deren Konditionen Sie vorher prüfen sollten.
Was ist der Sparer-Pauschbetrag?
Der Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG ist ein jährlicher Freibetrag für Kapitalerträge. Erträge bis zu dieser Grenze bleiben steuerfrei, wenn bei der Bank ein Freistellungsauftrag hinterlegt wurde.
Ist der Festgeldrechner kostenlos?
Ja, die Nutzung eines Festgeldrechners ist für Anlegerinnen und Anleger üblicherweise kostenfrei. Vergleichsportale finanzieren sich über Vergütungen der Banken, nicht über Nutzergebühren.
Begriffe kurz erklärt
- Effektivzins
- Zinsgröße, die Zinszeitpunkt und Zinsmethode berücksichtigt und Angebote dadurch vergleichbar macht.
- Einlagensicherung
- Gesetzlicher Schutz von Spareinlagen bis 100.000 Euro je Kunde und Bank innerhalb der EU.
- Zinseszins
- Effekt, bei dem bereits erhaltene Zinsen in der Folgeperiode selbst wieder Zinsen erzeugen.
- Abgeltungsteuer
- Pauschale Steuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag auf Kapitalerträge nach § 32d EStG.
- Sparer-Pauschbetrag
- Jährlicher Freibetrag für Kapitalerträge nach § 20 Abs. 9 EStG.
- Freistellungsauftrag
- Erklärung gegenüber der Bank, mit der der Sparer-Pauschbetrag für Kapitalerträge genutzt wird.
- Basisinformationsblatt
- Standardisiertes Informationsdokument für Finanzprodukte nach der PRIIP-Verordnung.
- Kündigungsgeld
- Anlageform mit vereinbarter Kündigungsfrist statt fester Laufzeit.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Einlagensicherungsrichtlinie der EU und Einlagensicherungsgesetz (EinSiG)
- § 32d EStG Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge
- § 20 Abs. 9 EStG Sparer-Pauschbetrag
- PRIIP-Verordnung, Basisinformationsblatt
- BaFin, Verbraucherinformationen zu Einlagengeschäften
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