In meiner langjährigen Praxis beobachte ich immer wieder dieselben Fehler, die zu suboptimalen Lötergebnissen führen. Der häufigste Fehler ist die Überdosierung von Lötpaste. Viele Anwender denken "viel hilft viel", doch das Gegenteil ist der Fall. Überschüssige Paste kann zu Lötbrücken zwischen den Pads führen und im schlimmsten Fall Kurzschlüsse verursachen.
Veraltete Lötpaste ist ein weiterer Stolperstein. Die Flussmittel in der Paste haben eine begrenzte Haltbarkeit und verlieren mit der Zeit ihre Wirksamkeit. Anzeichen für alte Paste sind schlechte Benetzung, raue Lötoberflächen und erhöhte Neigung zu Kaltlötstellen.
"Kalte Lötstellen entstehen meist durch zu niedrige Temperatur oder zu kurze Einwirkzeit. Die Paste mag oberflächlich geschmolzen aussehen, hat aber keine vollständige intermetallische Verbindung gebildet. Solche Verbindungen sind mechanisch schwach und elektrisch unzuverlässig." - So erklärt Dr. Sarah Klein, Materialwissenschaftlerin an der TU Dresden, einen der kritischsten Fehler beim Löten.
Die Oberflächenvorbereitung wird oft unterschätzt. Selbst die beste Lötpaste kann keine Wunder vollbringen, wenn die zu verbindenden Oberflächen oxidiert oder verschmutzt sind. Eine gründliche Reinigung mit Isopropanol und bei älteren Platinen eine vorsichtige mechanische Reinigung sind unerlässlich.
Auch die Lagerbedingungen haben direkten Einfluss auf die Qualität. Einmal geöffnete Lötpaste sollte niemals bei Temperaturen über 25°C gelagert werden. Ich habe Chargen gesehen, die nach einem heißen Sommer praktisch unbrauchbar waren, weil sich die Konsistenz irreversibel verändert hatte.