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Depotrechner: Rendite, Sparplan und Steuerlast berechnen
Depotrechner im Vergleich: Wie Sie Rendite, Sparplan und Steuerlast Ihrer Geldanlage berechnen und worauf Sie bei der Eingabe achten sollten.

Ein Depotrechner ist ein Online-Werkzeug, das aus Einzahlung, Laufzeit, angenommener Wertentwicklung und Kosten eine mögliche Entwicklung eines Wertpapierdepots berechnet. Wichtig sind vollständige Eingaben zu Sparrate, Gebühren und Steuern, sonst weicht das Ergebnis von der tatsächlichen Rendite ab. Ein Depotrechner-Vergleich zeigt, welche Rechner Einmalanlagen, Sparpläne und Fondskosten realistisch abbilden, ersetzt aber keine individuelle Anlageberatung.
Auf einen Blick
- Ein Depotrechner berechnet auf Basis von Eingabewerten, nicht auf Basis garantierter Erträge, da Wertpapierkurse schwanken.
- Kapitalerträge aus dem Depot unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag nach § 32d EStG.
- Der Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG lässt sich über einen Freistellungsauftrag in die Berechnung einbeziehen.
- Guthaben auf dem Verrechnungskonto eines Depots ist bis 100.000 Euro je Kunde und Bank gesetzlich abgesichert (EinSiG).
- Zu jedem Wertpapier gehört ein Basisinformationsblatt nach der PRIIP-Verordnung mit standardisierten Kosten- und Risikoangaben.
Was ist ein Depotrechner?
Ein Depotrechner ist ein Rechenwerkzeug, das aus Startkapital, monatlicher Sparrate, Laufzeit und einer angenommenen jährlichen Wertentwicklung eine mögliche Endsumme ermittelt. Er dient der Planung, nicht der Vorhersage: Die eingegebene Wertentwicklung ist eine Annahme, keine Garantie.
Genutzt wird ein Depotrechner sowohl für Einmalanlagen als auch für regelmäßige Sparpläne in Aktien, ETFs oder Fonds. Ein guter Rechner unterscheidet zwischen Nominalwert und Realwert, also der Kaufkraft nach Abzug der Inflation, und zeigt beide Werte getrennt an.
- Einmalanlage-Rechner: Berechnung ausgehend von einem Startkapital ohne weitere Einzahlungen.
- Sparplanrechner: Berechnung mit regelmäßigen, meist monatlichen Einzahlungen.
- Rechner mit Steuerberechnung: Berücksichtigung der Abgeltungsteuer auf realisierte Erträge.
Wichtig ist der Unterschied zwischen einem reinen Rechenwerkzeug und einer echten Anlageberatung. Ein Depotrechner liefert eine Modellrechnung auf Basis eingegebener Annahmen. Er trifft keine Aussage darüber, welches Wertpapier oder welcher Anbieter zu Ihrer persönlichen Situation passt. Diese Einschätzung bleibt eine individuelle Entscheidung, die der Rechner nur vorbereitet.
Vergleichen Sie das Ergebnis eines Depotrechners deshalb immer mit dem eigenen Anlagehorizont. Eine Berechnung über zwanzig Jahre unterscheidet sich in der Aussagekraft deutlich von einer Berechnung über zwei Jahre, weil kurzfristige Kursschwankungen einen größeren Anteil am Ergebnis ausmachen.
Eingabewerte: Was ein Depotrechner braucht
Die Qualität des Ergebnisses hängt unmittelbar von der Qualität der Eingabe ab. Je mehr reale Kostenfaktoren berücksichtigt werden, desto näher liegt die Berechnung an der tatsächlichen Entwicklung.
| Eingabewert | Bedeutung |
|---|---|
| Startkapital | einmalig eingezahlter Betrag zu Beginn |
| Sparrate | regelmäßige, meist monatliche Einzahlung |
| Laufzeit | Anlagehorizont in Jahren |
| Angenommene Wertentwicklung | geschätzte jährliche Rendite, keine Garantie |
| Laufende Kosten | Orderprovisionen, Sparplankosten, Fondskosten |
Fehlt einer dieser Werte, zeigt der Rechner ein zu optimistisches Bild. Prüfen Sie deshalb, ob ein Depotrechner Kosten und Steuern getrennt ausweist, statt sie in einer einzigen Nettozahl zu verstecken.
Ein häufiger Fehler bei der Eingabe ist eine zu hoch angesetzte Wertentwicklung über die gesamte Laufzeit. Historische Durchschnittswerte einzelner Märkte sagen wenig über künftige Zeiträume aus, da Kapitalmärkte in einzelnen Jahren stark schwanken können. Wer mehrere Szenarien mit unterschiedlichen Annahmen durchrechnet, bekommt eine realistischere Bandbreite als bei einer einzigen optimistischen Zahl.
Auch die Häufigkeit der Einzahlung spielt eine Rolle. Ein Rechner, der nur jährliche Einzahlungen abbildet, unterschätzt den Effekt eines monatlichen Sparplans, bei dem Beträge früher im Jahr investiert werden und damit länger am Markt liegen.
Steuerberechnung im Depotrechner
Ein Depotrechner mit Steuerberechnung zieht von den simulierten Erträgen die Abgeltungsteuer von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag nach § 32d EStG ab. Bei Kirchensteuerpflicht kommt ein weiterer Abzug hinzu, den nicht jeder Rechner automatisch berücksichtigt.
Ein eingerichteter Freistellungsauftrag mindert die Steuerlast bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrags nach § 20 Abs. 9 EStG. Einige Rechner lassen sich so einstellen, dass dieser Betrag in der Simulation berücksichtigt wird, andere zeigen nur die Bruttorendite ohne Steuerabzug. Prüfen Sie vor der Nutzung, welche Variante der jeweilige Rechner anbietet.
Bei ausländischen Wertpapieren kann zusätzlich eine Quellensteuer des Herkunftslands anfallen, die teilweise auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet wird. Nicht jeder Depotrechner bildet diesen Effekt ab. Wer stark in ausländische Aktien oder Fonds investiert, sollte diesen Punkt gesondert prüfen, statt sich allein auf die Rechnerausgabe zu verlassen.
Auch eine mögliche Kirchensteuerpflicht wird nicht in jedem Rechner automatisch berücksichtigt. Wer kirchensteuerpflichtig ist, sollte im Rechner prüfen, ob sich dieser Faktor gesondert einstellen lässt, da er die Nettorendite zusätzlich verringert.
Inflation und Realwert der Anlage
Ein Nominalwert zeigt die reine Zahl am Ende der Laufzeit, ohne Kaufkraftverlust zu berücksichtigen. Der Realwert rechnet eine angenommene Inflationsrate heraus und zeigt, wie viel die Endsumme in heutiger Kaufkraft tatsächlich wert wäre.
Beide Werte gehören zusammen betrachtet, besonders bei langen Laufzeiten von zehn oder mehr Jahren. Ein Depotrechner, der nur den Nominalwert zeigt, kann den langfristigen Vermögensaufbau optisch größer wirken lassen, als er real ist.
Die angenommene Inflationsrate ist ebenso eine Schätzung wie die angenommene Wertentwicklung. Deshalb lohnt sich ein Blick auf mehrere Varianten: eine vorsichtige, eine mittlere und eine optimistische Annahme. So lässt sich abschätzen, wie stark das Ergebnis von der gewählten Eingabe abhängt, statt sich auf einen einzelnen Wert zu verlassen.

Kostenlose und kostenpflichtige Depotrechner
Kostenlose Depotrechner bieten in der Regel eine einfache Berechnung aus Startkapital, Sparrate, Laufzeit und Zinssatz. Für einen ersten Überblick reichen sie meist aus. Kostenpflichtige oder in Bankportale integrierte Rechner bieten häufig zusätzliche Funktionen wie Steuerberechnung, Kostenvergleich zwischen mehreren Depots oder eine Szenarioanalyse mit unterschiedlichen Wertentwicklungen.
- Grundfunktionen kostenloser Rechner auf Vollständigkeit prüfen.
- Zusatzfunktionen kostenpflichtiger Rechner mit dem eigenen Bedarf abgleichen.
- Abwägen, ob die Zusatzfunktionen den Mehraufwand rechtfertigen.
Für eine einfache Sparplansimulation reicht häufig ein kostenloser Rechner. Für eine Steueroptimierung oder den Vergleich mehrerer Depotanbieter lohnt sich ein Rechner mit erweiterten Funktionen.
Achten Sie bei kostenpflichtigen Rechnern darauf, ob die Kosten transparent ausgewiesen werden, etwa als monatliches Abonnement oder als einmalige Freischaltung einzelner Funktionen. Manche Anbieter finanzieren kostenlose Rechner über Werbeeinblendungen oder über Vermittlungsprovisionen bei einem anschließenden Depotabschluss. Das ist kein Ausschlusskriterium, sollte aber bei der Nutzung bewusst sein.
Kompatibilität mit Depots und Bankkonten
Manche Depotrechner sind eigenständige Werkzeuge ohne Kontoanbindung, andere lassen sich mit einem bestehenden Depot verknüpfen und übernehmen reale Bestandsdaten automatisch. Vor einer Verknüpfung sollten Sie prüfen, welche Daten dabei übertragen werden und wie der Anbieter mit diesen Daten umgeht.
Eigenständige Rechner ohne Anbindung
Diese Rechner arbeiten ausschließlich mit manuell eingegebenen Werten und speichern keine Kontodaten. Sie eignen sich für eine erste Orientierung, unabhängig vom eigenen Depotanbieter.
Rechner mit Kontoanbindung
Diese Variante übernimmt reale Bestände aus einem verknüpften Depot und aktualisiert die Berechnung automatisch. Vor der Verknüpfung lohnt ein Blick in die Datenschutzhinweise des Anbieters.
Spezialisierte Rechner für Aktien, ETFs und Fonds
Neben allgemeinen Depotrechnern gibt es spezialisierte Varianten für einzelne Anlageklassen. Ein Rechner für ETF-Sparpläne bildet regelmäßige Einzahlungen in einen Indexfonds ab, ein Rechner für Fondssparpläne berücksichtigt zusätzlich Ausgabeaufschlag und laufende Fondskosten.
- ETF-Sparplanrechner: Simulation regelmäßiger Einzahlungen in einen Indexfonds.
- Fondskostenrechner: Aufschlüsselung von Ausgabeaufschlag, laufenden Kosten und deren Einfluss auf die Rendite.
- Rechner für Einmalanlagen: Berechnung ohne fortlaufende Einzahlungen, oft für größere Beträge genutzt.
Wichtig bei allen Varianten: Prüfen Sie, ob laufende Fondskosten als Gesamtkostenquote in die Berechnung einfließen. Ohne diese Angabe zeigt der Rechner eine zu hohe Nettorendite.
Echtzeitdaten und Aktualität der Berechnung
Manche Depotrechner arbeiten mit aktuellen Kursdaten, andere ausschließlich mit fest eingegebenen Annahmen. Für eine reine Planungsrechnung spielt das keine große Rolle, für die Übersicht über ein bestehendes Depot dagegen schon.
Ein Rechner mit Echtzeitanbindung zeigt den aktuellen Depotwert auf Basis der zuletzt gehandelten Kurse. Das ersetzt keine Anlageentscheidung, gibt aber einen aktuellen Zwischenstand für die eigene Planung.
Für eine reine Planungsrechnung über mehrere Jahre spielt die Tagesaktualität eine untergeordnete Rolle. Wichtiger ist dort, dass die zugrunde liegenden Annahmen zu Kosten und Steuern korrekt und nachvollziehbar bleiben, auch wenn sich die Kurse am Markt täglich verändern.
Anbietervergleich: Worauf Sie bei der Auswahl achten
Bei der Auswahl eines Depotrechners zählen mehrere Kriterien gleichzeitig. Ein Werkzeug, das nur eine grobe Nettozahl ausgibt, hilft weniger als ein Rechner, der Kosten, Steuern und Inflation getrennt ausweist.
- Werden Ordergebühren und laufende Fondskosten separat ausgewiesen?
- Berücksichtigt der Rechner die Abgeltungsteuer nach § 32d EStG?
- Lässt sich der Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG einstellen?
- Wird zwischen Nominalwert und Realwert unterschieden?
- Wie transparent geht der Anbieter mit Nutzerdaten bei einer Kontoverknüpfung um?

Varianten im Vergleich
| Rechnertyp | Eignung | Besonderheit |
|---|---|---|
| Einfacher Sparplanrechner | erste Orientierung | meist kostenlos, ohne Kontoanbindung |
| Rechner mit Steuerberechnung | realistische Nettorendite | berücksichtigt Abgeltungsteuer und Freibetrag |
| ETF-Sparplanrechner | regelmäßige Indexfonds-Sparpläne | Fokus auf Kosten je Sparrate |
| Fondskostenrechner | Vergleich aktiv gemanagter Fonds | zeigt Ausgabeaufschlag und laufende Kosten |
So läuft es ab
- Passenden Depotrechner anhand des Anlageziels auswählen, etwa Einmalanlage oder Sparplan.
- Startkapital, Sparrate und Laufzeit eintragen.
- Laufende Kosten wie Orderprovision oder Fondskosten ergänzen.
- Steuerliche Angaben wie Freistellungsauftrag berücksichtigen, sofern der Rechner dies anbietet.
- Ergebnis als Nominalwert und Realwert vergleichen.
- Berechnung bei geänderten Annahmen regelmäßig wiederholen.
Häufige Fragen
Was berechnet ein Depotrechner?
Ein Depotrechner berechnet auf Basis von Startkapital, Sparrate, Laufzeit und einer angenommenen Wertentwicklung eine mögliche Endsumme einer Wertpapieranlage. Die angenommene Rendite ist eine Schätzung, keine Garantie für den tatsächlichen Verlauf.
Sind Ergebnisse eines Depotrechners verbindlich?
Nein. Ein Depotrechner arbeitet mit angenommenen Werten für Rendite und Kosten. Die tatsächliche Wertentwicklung eines Depots hängt von den Finanzmärkten ab und kann von der Berechnung abweichen, auch deutlich.
Berücksichtigt ein Depotrechner Steuern?
Nur wenn er ausdrücklich als Rechner mit Steuerberechnung ausgewiesen ist. Diese Variante zieht die Abgeltungsteuer nach § 32d EStG ab und kann teils den Sparer-Pauschbetrag nach § 20 Abs. 9 EStG einbeziehen.
Was ist der Unterschied zwischen Nominalwert und Realwert?
Der Nominalwert zeigt die berechnete Endsumme ohne Abzug der Inflation. Der Realwert rechnet die angenommene Inflationsrate heraus und zeigt die Kaufkraft der Endsumme zu heutigen Preisen.
Sind kostenlose Depotrechner ausreichend?
Für eine erste Orientierung reichen kostenlose Rechner meist aus. Für eine genaue Steuer- oder Kostenberechnung bieten kostenpflichtige oder in Bankportale integrierte Rechner häufig mehr Funktionen.
Muss ich mich bei einem Depotrechner anmelden?
Nicht immer. Eigenständige Rechner lassen sich ohne Anmeldung nutzen. Wird der Rechner mit einem bestehenden Depot verknüpft, ist in der Regel ein Login beim jeweiligen Anbieter nötig.
Kann ein Depotrechner ETF-Sparpläne abbilden?
Ja, spezialisierte ETF-Sparplanrechner simulieren regelmäßige Einzahlungen in einen Indexfonds und zeigen den Effekt unterschiedlicher Sparraten und Laufzeiten auf die mögliche Endsumme.
Woran erkenne ich einen guten Depotrechner?
Ein guter Depotrechner weist Kosten, Steuern und Inflation getrennt aus, statt sie in einer einzigen Zahl zu verbergen. Zusätzlich sollte transparent erkennbar sein, mit welchen Annahmen die Berechnung arbeitet.
Kann ein Depotrechner mehrere Depots gleichzeitig vergleichen?
Einige Rechner bieten diese Funktion an und stellen Kosten, Sparplankonditionen und Handelsplatzangebote mehrerer Anbieter nebeneinander dar. Andere Rechner sind auf ein einzelnes Depot beschränkt und eignen sich eher für eine reine Renditesimulation.
Was passiert, wenn ich eine falsche Wertentwicklung eingebe?
Der Rechner liefert dann ein verzerrtes Ergebnis, ohne dass dies auf den ersten Blick erkennbar ist. Prüfen Sie deshalb, ob die eingegebene Wertentwicklung realistisch begründet ist, und vergleichen Sie das Ergebnis mit mehreren Annahmen statt mit einer einzelnen Zahl.
Begriffe kurz erklärt
- Depotrechner
- Online-Werkzeug zur Berechnung einer möglichen Wertentwicklung eines Wertpapierdepots.
- Nominalwert
- Berechnete Endsumme ohne Berücksichtigung der Inflation.
- Realwert
- Endsumme nach Abzug der angenommenen Inflationsrate, ausgedrückt in heutiger Kaufkraft.
- Gesamtkostenquote
- Kennzahl, die laufende Fondskosten als Prozentsatz des Fondsvermögens ausdrückt.
- Freistellungsauftrag
- Erklärung an die Bank, bis zu welcher Höhe Kapitalerträge steuerfrei bleiben.
- Basisinformationsblatt
- Standardisiertes Dokument nach der PRIIP-Verordnung mit Kosten- und Risikoangaben.
- Sparplan
- Regelmäßige, meist monatliche Einzahlung in ein oder mehrere Wertpapiere.
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 32d EStG, Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge
- § 20 Abs. 9 EStG, Sparer-Pauschbetrag
- PRIIP-Verordnung, Basisinformationsblatt für verpackte Anlageprodukte
- Einlagensicherung 100.000 Euro je Kunde und Bank, EU-Richtlinie und Einlagensicherungsgesetz (EinSiG)
- BaFin, Verbraucherinformationen zu Wertpapierdiensten
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